Tintenfisch

Traumfee Alissja erzählt weiter:
Ole und sein Bruder planen eine Reise
Nach einigen Tagen hatte Ole seinem Bruder all seine Abenteuer, die er im Regenbogenland, am Bach bei der bunten Wiese unter der Regenbogenbrücke, mit seinen neuen Freunden erlebt hatte, erzählt und es wurde ihnen schon wieder langweilig.
So kamen sie beide zu der Meinung – eine Reise durch den Ozean würde ihnen helfen, die Welt dort draußen besser kennenzulernen. Schon war die Langeweile verflogen!
Oder nochmals einen Flug mit den beiden Flugdrachen? Den Ozean von oben herab anschauen, den Delfinen bei ihren Tänzen auf ihren Schwänzen und Pirouettendrehend zu schauen? Denn das konnten sie bei Ihrem ersten gemeinsamen Flug nicht – weil Ole ja erst ganz gesund werden musste …
Oder nach Griechenland – in die Heimat vom Rosen-Oleander, der an seinem oder besser gesagt an ihrer beider Namen nicht ganz unbeteiligt war.
Griechenland … wie weit mag das wohl von ihrer Felsenhöhle entfernt sein?
„Was meinst du lieber Ole, wo wird denn das Griechenland sein? Wer könnte uns da weiterhelfen?“ – „Am besten fragen wir da die Meerjungfrauen, was meinst du lieber Ole-Ole?“ Es machte den Beiden einen Riesenspaß, sich bei ihren Namen zu nennen.
„Ole-Ole Ole Oooleo oleoeoeoeoe“ tanzten sie miteinander, hakten sich mit ihren gemeinsamen 16 Armen ein, verschlangen diese ineinander und wirbelten damit so viel Meeresboden auf, dass sie keinen Tintenstrahl mehr brauchten, um sich zu verstecken. Die anderen Meeresbewohner flohen von selbst vor diesen beiden verrückten, wildgewordenen Teenies-Tintenfischen. Im Umkreis von guten 100 Metern hatten sie jetzt Platz, um sich gehörig auszutoben.
Nachdem sie fertig waren – mit dem Tanzen und Johlen – begannen sie, gemeinsam über eine neue, diesmal gemeinsam gut geplante Reise nachzudenken.
„Meinst du die gnädigen Meerfrauen, könnten uns dabei helfen? Schließlich sind sie aus dem Geschlecht des Poseidon hervorgegangen und die wissen doch, wo Griechenland ist?!“ – „Ja, das könnte gut passen, denn die wissen über das gesamte Meer und den Ozean recht gut Bescheid! Sind sie doch die Schwestern vom griechischen Meeresgott! Also wissen sie ganz genau wo Griechenland liegt.“
Juhujuhujuhu – ole-ole-ole-ole … ging die Tanzerei schon wieder los!
Plötzlich standen 2 Meerespolizisten vor ihnen, um nachzuschauen, was hier los ist.

Den beiden „Ole´s“ blieb das nächste „OLÈ-ole-ole-ole“ im Halse stecken. Sie verschluckten dabei so viel Meereswasser, dass sie vor lauter Husten Tintenfisch-Purzelbäume schlugen, und dabei ungewollt blaue Tinte in die Gegend spritzten.
Die Mit-Meeresbewohner hatten sich bei den Haifischen über diese Ruhestörung beschwert! Der Haifisch ist die Polizei des Meeres.
Als die beiden Brüder die Haifisch-Polizei erkannten, waren sie entsetzt! Ui! Jetzt aber nix wie weg und schnell in unsere Höhle abflitzen und sich ruhig verhalten!

Die 2 Haie, die hier ihre Patrouille schwammen, hatten den Beiden schon längere Zeit zugeschaut und wollten eigentlich nur wissen, warum um Poseidonswillen sie so lustig waren! Die beiden Haie versteckten sich hinter der Felsenhöhle und warteten, bis die „Ruhestörer“ neugierig aus ihren Höhlen hervorgekrochen kamen. Und Schwupps, hatten die Haie sie an einem ihren Tentakeln erfasst. Gut, dass die Haifische keinen Tintenschwall abbekommen hatten.
Ein Hai-Polizist sagte: „Keine Angst, wir tun euch nix, wir fressen euch nicht auf, ihr könnt euch eure Tinte sparen!“ – „Erzählt uns doch mal, warum ihr so lustig herumeiert und den gesamten Meeresboden durchackert“ – „Was ist los bei Euch? Habt ihr im Lotto gewonnen?“
Jetzt denkst du bestimmt, dass der Geschichtenerzähler eine Meeresmeise gefangen hat? Ein Lottogewinn bei den Meeresbewohnern?
Ja – das gibt es wirklich! Und zwar ein 9er Lotto. Wer an einem Tag 9 Krabben als Nahrung gefunden hat, der durfte sich so wild aufführen wie die beiden Teenie-Tintenfische soeben. Alles klar?
Die beiden Teenies-Brüder redeten wild drauflos – vor lauter Aufregung – weil die Hai-Polizei da war. Ehrlich – wer würde von uns Menschen nicht auch nervös werden, wenn die Polizei vor der Haustür stehen würde?
Die beiden Polizisten setzten nun ihre wildesten Hai-Polizei-Grimassen auf – die sie so auf Lager hatten – bei ihren Haifischzähnen kein Kunstwerk – und schon war Ruhe vor der Höhle der Tintenfische. Die anderen Meeresbewohner guckten schadenfroh ums Eck und warteten nur darauf, dass die beiden Rabauken abgeführt wurden.
Weit gefehlt!
Die Hai-Polizei hatte schon längst von der Meerjungfrau erfahren, was die beiden so im „Schilde“ führen und Éala hat die beiden geschickt, um Ole und seinem Bruder zu sagen, dass sie, die Haie, ihnen helfen könnten.
Die Polizei – dein Freund und Helfer!

Also ließen sie Ole und seinen Bruder Ole-Ole ihre ganzen Geschichten in aller Ruhe erzählen. Sie standen auf ihren Haifisch-Schwänzen am Meeresboden und wedelten damit mindestens genauso viel Sand auf, wie die beiden Brüder vorher. Die anderen Meeresbewohner sahen „wieder nix“ und zogen beleidigt von Dannen!
Als Ole und sein Bruder mit ihrer Story fertig waren, grinsten die Hai-Fisch-Polizisten, wie kleine Buben das so tun, wenn sie einen Streich ausgeheckt hatten und dabei nicht erwischt worden waren.
„So, so“, sagten sie „ihr wollt also nach Griechenland?“ – „Auswandern?!“ – „Urlaub?!“ – „Oder jemanden besuchen?“ – „HHHHa?!“
Die beiden Brüder gaggsten herum, schauten sich an und wussten nicht, was sie sagen sollten. Woher wussten die beiden Hai-ziss (das ist der Spitzname bei den Fischen für die Hai-Polizei), was sie vor hatten.
Die Hai-Patrouille erlöste endlich die beiden Tintenfischbrüder und lachten um die Wette. In diesem Augenblick schaute die Meerwasserfrau Éala um das Felseneck, in dem die Brüder wohnen.
„So – meint ihr nicht, ihr beiden Hai-Ziss (!!!) dass es genügt mit der Bestrafung von Ole und Ole-Ole? Wollt ihr nicht endlich meinen Auftrag erfüllen?“
Nun waren es die Hai-Polizisten, die wie belämmert (äh – gibt es überhaupt „Lämmer“ im Ozean?) dreinschauten!!!
Sie standen wie in Stein gemeißelt vor der Königlichen Hoheit Éala, die erstgeborene Schwester nach Poseidons-Rasse. „Ähäm … Entschuldigung euer hochwohlgeborene Éala … ja sofort erfüllen wir euere Wünsche“!
Éala war echt sauer auf die beiden Hai-Nies, die sich einen bösen-blöden Scherz mit den Tintenfischen erlaubt hatten …
Fortsetzung folgt …