Tintenfisch

Traumfee Alissja erzählt weiter:
Tzapepazt und seine Kunststücke
Alle schauten zur bunten Wiese unter der Regenbogenbrücke, was denn dort so lustig war. Tzapepazt war gekommen und zeigte seine Kunststücke, mit dem Vorwärts- und Rückwärtsrollen. Alle Anwesenden wollten von ihm nochmals hören, wie es denn dazu kam, dass er mit diesen „Purzelbäumen“ sich fortbewegte.
Und so erzählte er zum hunderttausendsten Mal, wie es eines Tages in Innererde im Dorf von Muttererde dazu kam:
Traumfee Alissja erzählt von:
Tzapepazt ist ein jugendlicher Zwerg von der InnerErde und wohnt im Dorf von Mutter Erde. Er ist mit seinen 125 Jahren wirklich noch ein jugendlicher Bursche. Normal gehen oder laufen war nix für ihn! Viel zu langweilig! Mit Purzelbäumen war es viel interessanter …
Beim Rückwärtsgehen sieht die Welt anders aus, da zieht sie nämlich an ihm vorbei. Während beim Vorwärtsgehen die Welt auf ihn zukommt. Und damit es noch interessanter wird, kugelt er sich manchmal den Weg vor- und zurück. Dabei rollt er seinen Körper so ein, dass der Bauch und das Gesicht nach außen schauen, damit er sich die Welt, die an ihm vorbeirollt, ansehen kann. Damit er sich aber sein Gesicht nicht verletzt, schwebt er einige Zentimeter über den Boden.

Seit unser Zwerg sich auf diese Art und Weise fortbewegt, hat er sich einen ganz besonderen Namen ausgedacht! – „Tzapepazt“ – Das Wort liest sich von vorne genauso, wie rückwärts.
Dann hat er sich einen Spiegel um den Hals gehängt, damit er sich die Welt beim Kugeln, auch betrachten konnte. Einfach, einfach so gehen, war viiiiel zu langweilig für den kleinen 125-jährigen Zwerg.
Eines Tages hatte er seinen „Vorwärts-Rückwärts-Sehen-Spiegel“ verloren. Mit dem Spiegel konnte er sich die Zukunft oder die Vergangenheit ansehen. Je nachdem, ob er gerade vorwärts ging – schaute er in die Zukunft, und wenn er rückwärts ging – in die Vergangenheit. Leider hat der Tzapepazt vergessen, wer ihm diesen Zauberspiegel geschenkt hatte. (Vielleicht war es aber auch ein heimliches Geschenk von seiner Mama Erde?)
Eines Tages war der Spiegel nun verschwunden. Überall suchte der Tzapepazt seinen „Weggefährten“. Die Blumenkinder auf der Wiese in seinem Heimatdorf machten sich lustig über ihn, weil er überall seinen Spiegel suchte. Unter jedes Gräslein schaute er … sogar unter die Wurzeln.
Er saß am Wegesrand, kratzte sich hinter den Ohren, die unter der Mütze hervorschauten, und überlegte. Er runzelte seine Stirn, zog seine Mütze vom Kopf, ob sich der Spiegel vielleicht darunter versteckt hielt. Er musste furchtbar gääääähnen – uwuahhh -, weil er sooo müde wurde, vom vielen Nachdenken und Suchen. Die Blumenkinder standen um ihn herum und säuselten leise Schlaflieder in seine Ohren …
Um dann plötzlich, laut schallend lachend, den armen Zwerg wieder aufzuwecken. Die Haare standen ihm vor Schreck, wie eine explodierte Klobürste um seinen Kopf herum. Seine Mütze flog in hohem Bogen von seinem Kopf. Mit weit aufgerissenen Augen sah er die Blumenkinder entsetzt an: „Was macht ihr nur mit mir?“
Die Blumenkinder versuchten, den Tzapepazt mit seiner rollenden Fortbewegung nachzumachen, was gar nicht so leicht war für die Blumenkinder, waren sie doch alle festgewachsen in der Erde. Sie verbogen ihre Stängel, verknoteten sich gegenseitig, was so komisch aussah, dass der Tzapepazt sich jetzt vor Lachen kugelte, und bei diesen künstlerischen Verrenkungen entdeckte der Tzapepazt, dass er sich in den Tautröpfchen der Blumenblütenköpfe spiegelte.
Er machte Grimassen und streckte sich selbst die Zunge aus. Die Blütenkinder lachten noch mehr als vorher, als sich der Zwerg mit seinen Turnübungen in den Tautropfenspiegelchen beobachtete.
„Ach duhuuu, Tzapepaaazt, weißt du eigentlich, was wir noch alles können?“, fragten die Blumenkinder, – „Neihein, weiß ich nihicht“, sagte er, „soll mich des denn interessieren?“ – „Jaaa, das sollte es wohl. Denn wir können ganz genau sehen, was duuuhu gestern angestellt hast!“, neckten sie ihn.
„Waahaas?“ Ihr spioniert mir nach? Tut man das unter Freunden? Ihr seid richtig GEMEIN!“ – „Und sollen wir dir noch ein Geheimnis verraten, wir wissen sogar, was du letztes Jahr um diese Zeit getan hast!!!“
Sie machten sich einen Riesenspaß daraus, sein entsetztes Gesicht zu sehen.
Könnt ihr euch vorstellen, wie es aussieht, wenn sich Blumenkinder vor lauter Lachen kugeln wollen? Die Blütenköpfe kreisen im Kreis herum, die Blütenblätter sausen in die entgegengesetzte Richtung, die Blätter verdrehen sich wie eine Spiralschlinge, und ihre Wurzeln in der Erde hüpfen vor Freude, dass die Erde unter Ihnen leicht zu vibrieren beginnt.
Nun denn, all diese Geschichten und noch viel mehr, erzählten sich Tzapepazt und die Blumenkinder auf der bunten Wiese, unter der Regenbogenbrücke. Und als die Gaudi am größten und am lautesten war, gerade in diesem Augenblick, schlug die Stimmung im Regenbogenland rapide um.
Plötzlich wurde der Alarm ausgelöst – am Bachufer!
Nun waren alle in Alarmbereitschaft und jeder der konnte, und zur Rettungsmannschaft dazu gehörte, musste sofort auf der bunten Wiese unter der Regenbogenbrücke erscheinen.
„Was ist denn los? Wer hat den Alarm ausgelöst?“
Muttererde und Tzapepazt waren die ersten, die am Platz unter der Brücke eintrafen. So schnell wie ein Flitzebogen kamen alle Bewohner vom Regenbogenland zusammen.
Das war auch so ein Geheimnis von der Anderswelt, wie die Bewohner so schnell wie ein Blitz, auf dem Versammlungsplatz sein können.
Aus allen Himmelsrichtungen und Schlupflöchern kamen sie hervor. Es war ein Gewusele und doch lief alles in geordneten Bahnen ab.
Die Zwillingsköniginnen kamen ebenfalls. Auch das ist so eine zauberhafte Geschichte im Regenbogenland. Die beiden Königinnen sind bei Gefahr immer als eine einzige Person unterwegs! Die Rosenkönigin und die Regenbogenkönigin verschmelzen dann miteinander, denn dann haben sie im Notfall, mehr Zauberkräfte. Als sie nun sahen, dass es um den Ole ging, wurden sie wieder zu den Zwillingsköniginnen. Und jede für sich hörte nun zu, was so geschah.
Tzapepazt wurde durch seine Spiegel-Reflex-Intranet-Anlage informiert, es hatte bei seinem Piepser den Alarm ausgelöst.
Als die „Blütenkopf-Tautröpfchenspiegelungen“ erkannten, dass der kleine Ole ohnmächtig am Bachufer lag, setzte sofort der Alarm ein. Das ist eine Einrichtung, die der Tzapepazt mit seinen Blumenkindern erfunden hat.
Sofort kamen alle Rettungskräfte am Bach zusammen.
Nun musste jeder genauestens erzählen, was er gesehen und beobachtet hatte, damit so schnell wie möglich, dem armen Ole Ander Decabrachia geholfen werden konnte.
Einer nach dem anderen erzählte nun, was er beobachtet oder gesehen hatte:
Der kleine Kerl fiel plötzlich um, sagte der Eine. Ein anderer erzählte: „der Ole hat sich mit dem Oleander unterhalten.“ Der Strauch „Oleander“ erzählte: Als Ole von seiner Heimat dem Ozean und von seinem Bruder erzählte, wurde er kreideblass, sehr still, verdrehte seine Augen, begann zu würgen, und fiel dann einfach um und rührte sich nicht mehr!
Die Möwe Fricka, die noch auf der Blumenwiese war, erinnerte sich, dass der kleine Ole, als sie beim Riesen Gunnar waren, von seinem Ozean erzählte und dass ihm dabei übel wurde. Tilla, Gunnar und sie, die Möwe Fricka, vermuteten, dass er furchtbar Heimweh hatte und deshalb so Herzschmerzen bekam.
Nun war alles klar. So schnell und so sanft wie möglich, musste der Tintenfisch wieder in seine Heimat zurückkehren. Aber wie???
Da war Großer Rat teuer!
Alle redeten wild durcheinander. Einer hatte noch bessere Ideen als der andere. Die Rosenkönigin und die Regenbogenkönigin verschmolzen wieder zu einer Einheit, um so eine größere Heilungsmacht zu haben und besser gemeinsam nachdenken zu können.
Weitererzählt durch Traumfee Alissja:
Blitzschnelle Hilfe für Ole