Poseidonis Vilius

Rübezahl geht in seine Wälder
Teil 4
Der Hüter des Waldes ging in seine Wälder zurück, er entledigte sich seiner Kleider und verwandelte sich zu einer Eiche, zu einer Buche, zu einer Linde, zur Tanne, zur Fichte, zur Lärche und wurde so zu einem gesamten Sein des Bergwaldes. Er war Eins mit jeder einzelnen Pflanze, mit dem Pilzgeflecht im Boden des Waldes und in alle Sträucher schlüpfte sein Geistiges Wesen hinein. Überall hörte er sich die Kümmernisse und Sorgen der Wald- und Naturwesenheiten an.
Nach seinem ganz persönlichen Willkommensgruß nahm er wieder seine Körpergestalt an und ging weiter in die Bergwelt zum Gletschersee hinauf, dorthin, wo der Versammlungsplatz aller feinstofflichen Wesenheiten und des gesamten kleinen Volkes der Bergwelt und des Waldes war.
Als Rübezahl hoch oben auf dem Berg ankam, lüftete er zuerst seine Haare. Sie waren schulterlang und fielen wellig herab. Sein rotbraunes Haar war weich wie das Moos vom Waldboden. Seine Haarpracht gehörte mal wieder gut ausgelüftet und durchgekämmt. Der braunrote Bart ging ihm bis zur Brust hinab und war widerborstig und kratzig, wie das Gestrüpp des Waldes. Wenn er lachte, strahlten seine Zähne weiß aus seiner Mundhöhle heraus.
Rübezahl war eine große stattliche Erscheinung. Wie seine Bäume im Wald war er gerade gewachsen, kraftvoll und lebenslustig, natürlich und mit dem lichtvollen Kosmos verbunden. Er liebte es, sich mit dem Bäumen gemeinsam im Wind zu wiegen, seine Arme mit den Ästen rhythmisch hin und herzuschaukeln. Seine Finger spielten dabei gerne in der Luft, wie auf einer Klaviertastatur, und so klang es dann auch durch den ganzen Wald.
Ein Wirren, Flirren und Sirren, ein Wispern und Flüstern, dass sich ungefähr so anhörte:
Tschriiiebib – Tschriiebib – Tschiitschibb – Tschiitschibb – Wiiebbib Wiwiwie Wiiebib Wiwiwie Wiiebib – Trrrriibib – Trrriibib
Es war ein Raunen und Staunen, ein Rauschen und Brausen, ein Singen, Tirilieren und Vibrieren mit den Vögeln des Waldes und der Luft. Jetzt wussten es ALLE. Rübezahl ist da! Der Vater der Wälder. Der gesamte Bergwald hörte sich wie ein Orchester an. Alles singt und klingt in einer Einheit! Das Leben und das Licht wollten und sollten wieder zurückkehren. Und schon kamen sie aus ihren tiefen Höhlen hervor und gingen zum Versammlungsplatz am Gletschersee. Alle wollten sie die Ankunft ihres Beschützers miterleben. Der Bergwald auf ganz Sizilien begann zaubrig-zauberhaft zu blühen.
Der gesamte Wald stand in voller Blüte:
Fichten, Tannen, Lärchen, Linden, Buchen, Eichen zeigten ihre Blütenpracht. Die Hasel- und Beerensträucher und die Gräser zeigten ihre Pracht. Bärlauch und Waldmeisterlein, Buschwindröschen, Scharbockskraut, Huflattich, Krokus-, Schlüsselblumen und vieles mehr. Sie alle streckten ihre Köpfchen aus dem Boden heraus. Der Wald und seine Bewohner feierten ein Wiedersehensfest mit ihrem Rübezahl.
Die Menschen auf der Insel, schauten und horchten auf, als würden sie es nicht wahrhaben wollen, dass die Welt sich um sie herum veränderte! Alles Blüte zur gleichen Zeit! So hatten es die alten Sizilianer in ihren Hundertjährigen Kalendern beschrieben. Es lag etwas Besonderes in der Luft. Alte Menschen erinnerten sich, dass es früher mal hieß, wenn in der Natur alles auf einmal blüht, sei der Rübezahl heimgekehrt in seine Wälder.
Der Bergwind fuhr in die Haare des Hüters und seine Haare flogen mit dem Blütenstaub der Wälder um die Wette.
In den Bergklüften pfiff der Wind sein: SSSrrriii – SSSrrriii – SSSrrriii
Als Rübezahl nun in seiner Bergwelt ankam, rief er sein Volk zu sich, auf die sanften Hügel der sizilianischen Bergwelt am Gletschersee, dort, wo alle den Poseidonis Vilius pflegten und seine Haare wieder in Ordnung brachten.
Das gesamte kleine Volk versammelte sich: Zwerge, Gnome und Kobolde, die Nymphen und Sylphen, Elfen und Feen, der alte Waller und der Zitteraal, alle wollten sie vom Rübezahl wissen, ob alles gut gegangen war. Rübezahl erzählte ihnen von der Wanderung über Berg und Tal, und das Eintauchen des Wassermannes in sein Reich und wie Vilius sein Aussehen verändert hatte. Wie kraft- und machtvoll er aus dem Meer wieder hochkam.
Und er erzählte ihnen auch von der Begegnung mit dem Hüter des Ätnas …
Da spitzen sie alle ihre Ohren, vom Hüter des Vulkans Ätna hatten sie schon gehört und dass er es gar nicht liebte, wenn er in seiner Arbeit gestört wurde. Doch diesmal, kam Rübezahl zu einer Zeit am Ätna an, in der das Feuerwesen der Vulkane gesprächig war.
Nachdem Rübezahl alles erzählt hatte, wurde das kleine Bergvolk müde und sie legten sich auf die buntblühende Wiese am Gletschersee zur Ruhe, um all das Gehörte besser „verdauen“ zu können. Während sein Wald- und Bergvolk sich zur Ruhe begeben hatte, ging der Hüter des Waldes seiner Arbeit nach.
Er musste nun einen intensiven Kontakt mit den Baumwesen aufnehmen. Dazu war es wichtig, dass er mit all seinen feinstofflichen Körpern unter die Erde schlüpfte und sich mit dem Pilzgeflecht aller Bäume vereinte. Das war eine Arbeit, in dem der gesamte Wald mit all seinen Wesenheiten in vollkommener Ruhe sein musste, damit Rübezahl alles Leben hier im Wald ohne Unterbrechung neutralisieren, ausgleichen und harmonisieren konnte. Dazu musste der Wald in vollkommenem Stillstand sein.
Mit seinen „Klavierklängen“ hatte er sein Reich und alle Wesenheiten darin, sozusagen „hypnotisiert“, so könnte man es benennen. Er hatte die Bergwelt und seine Wälder „energetisch-hermetisch“ durch eine Membranschicht für die Menschen unsichtbar gemacht. Das heißt: Die Menschen sahen zwar die Berge und die Wälder, aber zu dieser Zeit, in der Rübezahl im Wald seine Arbeiten verrichtete, waren die Menschen an diesem Teil der Natur überhaupt nicht interessiert.
Er rief die kosmischen Energien, die heilenden Farbstrahlen der höheren Dimensionen, die Sternenenergien der Milchstraße. Der Wald hier auf Sizilien brauchte eine „Rundumerneuerung“, so schlecht stand es um ihn. Die Wälder und all seine Lebewesen waren am Limit ihrer Energie angekommen. Die Menschheit hatte die Natur so weit ausgebeutet, das nur noch eine Hülle übrig geblieben war, von dem, was einst vorhanden war.
Höhere Dimensionen waren jetzt anwesend und nötig auf der Insel, damit wieder eine lebendige gesunde und kraftvolle Natur entstehen kann. Rübezahl hatte den gesamten Kosmos, seine Blaupausen und seine Hologramme, die Blume des Lebens dazu aufgerufen, damit sie hier die Insel und all seine Bewohner retten konnten. Alle Naturwesen und Elementare, die im Hologramm des Rübezahl vorhanden waren, setzten ihre Weisheit, ihre Wissens- und Heilkraft ein. Die Blume des Lebens der gesamten Insel, bekam die geballte Kraft des kosmischen Universums, damit neues Leben entstehen kann. In der Blume des Lebens entstanden neue Kraftwesen für die Natur, die Pflanzenwesen und die Elementarwesen.
Sie hatten nur einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung, dann musste das Leben hier auf der Insel wieder in seine Normalität übergehen können.
Die allerletzte Möglichkeit der Regeneration war ein Vulkanausbruch vom Ätna, der alles Leben auslöschte. Und das wollten sie ALLE vermeiden. Dazu hatten sich Rübezahl und die Wesenheit des Ätna auch getroffen, um alle Möglichkeiten zu erörtern. Ätna wartete also ab, ob die Energieerneuerung vom Erfolg gekrönt war.
Wie lange das dauern würde, wussten beide nicht zu sagen. Es könnten da schon einige hundert Jahre vergehen. Was im Laufe der Evolution aber nur ein kleiner Klacks war.
Die kosmischen Energien und die Sternenkräfte erfüllten die feinstofflichen Wesenheiten mit frischer Energie. Der Energiefluss, den Rübezahl in die Pilzgeflechte einspeiste, sollten die Regeneration des Bergwaldes und der gesamten Insel wieder zum Laufen bringen. Die Arbeit vom Hüter des Waldes dauerte einen ganzen Tag und eine ganze Nacht.
So konnten Sonne, Mond und Sterne miteinanderwirken.
Nach 24 Stunden durften alle wieder aus ihrem hypnotischen Gesundheitsschlaf, besser gesagt aus ihren „hypnotischen Arbeitsschlaf“ aufwachen.
Die Naturwesen waren von den Giften der Menschheit so eingenebelt, vernebelt, zu gedeckelt, dass sie ihre Tätigkeiten, die Erde und alle Lebewesen mit neuer kosmischer Lichtenergie zu versorgen, nicht mehr erfüllen konnten.
Die feinstofflichen Wesenheiten und das kleine Volk liefen praktisch nur noch „auf Notstrom“, damit sie sich selbst noch versorgen konnten. Das hatten die Naturwesen aber gar nicht mehr bemerkt. Rübezahl konnte nur durch diese musikalische Hypnose die Naturwesen aus ihrer lethargischen Vernebelung befreien.
Die feinstofflichen Wesen erfüllten nach wie vor ihre Dienste an der Natur weil sie wussten was zu tun ist, aber ihre Arbeit war wirkungslos geworden und geblieben. Weil sie eben nicht mehr in ihrer lichtvollen Art und Weise frei waren.
Nachdem alle Naturwesen wieder wach geworden waren, erzählten sie sich ihre seltsamen Träume, die sie während ihres „Erholungsschlafes“ hatten. Rübezahl ließ sich alle Träume erzählen, und erkannte dabei, dass seine liebsten Wesen hier auf der Insel wieder zu all ihren Kräften zurückgekehrt waren.
Einige Sternenwesen, Sternlinge, die zu dieser Rettungsaktion auf die Erde gekommen waren, blieben als „neue Tierarten“ und „Starthelfer“ auf der Insel. Die Insulaner wunderten sich, wo diese neuen Tierarten denn so plötzlich herkamen und wo sie sich die ganze Zeit über, auf der Insel versteckt hielten. Die einen meinten, eine Flutwelle hätte sie angeschwemmt, andere vermuteten, dass sie sich lange in den Berghöhlen versteckt hätten. Die Ideen der Bevölkerung waren sehr vielfältig.
Rübezahl blieb noch eine Weile in seinem Wald, um die Veränderung mitzuerleben, und in wieweit die Energien und deren Wirkkraft, von der Natur übernommen werden konnten.
Er war sehr zufrieden mit der gemeinsamen Arbeit und unterwies seine „Helferlein“ ihm sofort zu rufen, wenn sie bemerkten, dass irgendwo auf der Insel sich etwas negativ verändern sollte. Dazu hatten die Sternenwesen dem kleinen Volk einen „Sensor“ gegeben, mit dem sofort zu erkennen war, wenn die Energien wieder ins Kippen gerieten. Damit konnten sie sofort Hilfe holen. Mit nur einem Klick (!), waren die kosmischen Helfer an Ort und Stelle!
Rübezahl musste die Inseln wieder verlassen, um andere Wälder und Bergwelten auf diesem Teil der Erde zu retten. Er war für den europäischen Erdteil des Planeten zuständig.
Vom großen kosmisch Universellen Rat war geplant, dass sich sehr bald alle „Hüter der Erde“ zu einer Konferenz vereinen sollten. Die Rettung des Planeten Erde hat begonnen.
