Zwerg Goldrausch

Goldrausch in Lebensgefahr
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Vor nicht allzu langer Zeit, wurde mir diese Geschichte von der Traumfee Alissja erzählt. Sie berichtet von einem Zwerg namens Goldrausch, mit seiner Goldmine, von den Frauen Alisa und Mere, dem Riesen Armut und dem Regenbogental.
Seit über 7 Zwergengenerationen gehörte die Goldader seiner Familie. Es war ein Geschenk von der Königin des Regenbogenlandes.
Goldrausch wurde von einem Menschen, der sehr habgierig war, betrogen. Der geldgierige Mensch, mit Namen Armut, hatte von einem Zwergen-Goldschatz erfahren. Daraufhin hatte er das Schloss samt Bergwald gekauft. Herr Armut suchte Tageland im Forst nach dem Winzling und seiner Mine. Eines Tages wurde seine Geduld belohnt. Der Zwerg Goldrausch verschwand mit seinem Schubkarren soeben im Wald. Der Riese versteckte sich und wartete, bis der kleine Mann wieder auftauchte.
Goldrausch wohnte in einer Waldhütte. Jeden Morgen schob er seine Schubkarre in sein Bergwerk. Dort holte er sich seine Tagesration Gold, die er zum Leben brauchte. Eines Tages wurde er sehr unvorsichtig! Er hinterließ Goldspuren von der Mine bis zu seinem Zuhause. Schon lange hatte unser Zwerg keinen Sterblichen, wie er die Menschen nannte, im Wald gesehen.
Unbekümmert pfiff er sein Zwergenliedchen vor sich hin, schaute weder rechts noch links, putzte die Räder der Schubkarre nicht sauber, bevor er aus der Mine fortging. Wer sollte ihn denn schon beobachten? Kein Mensch hatte Interesse am Zwergenwald. Kinder spielten nicht mehr Räuber und Gendarm darin. Früher kamen viele vom großen Volk in seinen Hain.
Dass es die Geld- und Goldgier gab, dass wusste Goldrausch nicht. Niemand hatte ihm je vom geldgierigen großen Volk erzählt. Nur, dass er ihnen nicht trauen sollte, dass hatten ihm die Altvorderen gesagt. Doch leider sind sie mit einem Mal verschwunden und er verstand nicht, warum er den Menschen misstrauen sollte. Der Zwerg fühlte sich alleingelassen. Seine einzigen Freunde waren die Tiere vom Bergwald.
Eines Tag, wurde er sehr unvorsichtig. Er sah wenig Grund, sich vor irgendjemand in Acht zu nehmen. Keine Menschenseele war weit und breit wahrzunehmen. Durstig und müde suchte er sich einen Rastplatz. Er fühlte sich einsam. Ihm wurde bewusst, dass er der Letzte seiner Abstammung war.
Traurige Zwerge werden müde und passen nicht auf, was um sie herum geschieht. Er war so mit seinem Leid beschäftigt, dass er nicht wahrnahm, dass alle Tiere seinen Wald verließen.
Doch Herr Armut, der hatte ihn gesehen. Er sah den kleinen Mann goldglitzernd des Weges kommen und seine Brotzeit, im Schatten einer Linde essen und wie er dann einschlief.
Der Riese beobachtete den kleinen Mann. Der Anblick des schlafenden Zwerges beruhigte ihn, denn so hatte er ein leichtes Spiel. Er schlich sich an den Ahnungslosen heran, setzte sich in seine Nähe und betrachtete ihn. Trotz alledem gefiel ihm der Goldgräber. Die Einsamkeit von ihm, strahlte auf Herrn Armut über. Er fühlte sich ebenso müde und allein und hatte Mitleid mit dem Kleinem Kerl.
Fast hätte er sein Herz für den Zwergenmann geöffnet. Aber nur fast! An der Kleidung entdeckte er den Goldstaub. Sofort erwachte wieder das geldgierige, böse Monster in ihm. Er überlegte sich, wie er Goldrausch überlisten könnte. Der Riese Armut war auf der Hut, denn er hatte gehört, dass Zwerge Zauberei betreiben. Davor hatte er heiligen Respekt! Sie sollen Menschen zu Stein oder in Mäuse verzaubern. Er hielt diese Behauptung für Hokuspokus! Aber! Vorsicht ist immer besser als Nachsicht!
So verstellte sich der geldgierige Herr Armut, zu einen liebevoll sorgenden Kameraden. Er deckte den Kleinen fürsorglich zu, damit es dem Schlafenden nicht zu kalt wird. Armut’s Herz öffnete sich wieder für Goldrausch, der erbärmlich anzusehen war, in seinen zerschlissenen Hosen, seinem verfilzten Bart und der Zwergenzipfelmütze. Armut war es nicht wohl in seiner Haut. Je länger er Goldrausch ansah, umso mehr Mitgefühl hatte er für ihn.

„Es wäre doch behaglich, einen Mitbewohner in meinem Schloss zu haben. Somit wäre keiner allein!“ Dieser Gedanke gefiel Herrn Armut ausnehmend gut.
„Immer nur mit sich selbst zusprechen, ist das Langweiligste, was man sich vorstellen kann“, redete er mit sich selbst. „Das Essen schmeckt in Gesellschaft viel besser und der Wein ebenso. Sogar wenn ich im Tresor sitze und mein Geld zähle, bin ich allein und ohne einen Gesprächspartner“. Er hatte niemanden, dem er seinen Reichtum zeigen konnte.
Als er über seinen Tresorraum brütete, stand die Geldgier wieder neben ihm. In seinem Keller war ausreichend Platz, für das gesamte Zwergengold. Der Unhold in ihm siegte über sein Herz und es wurde eiskalt. Sein Innerstes war so fest verschlossen wie sein Geldtresor. Die Raffgier zu groß. Sein Plan war fertig. Er würde den Kleinen mit seiner angeblichen Hilfe überlisten und ihm vorspielen, welch ein treuer Freund und Beschützer er war.
Er wird ihm seine Geld-Zeit-Uhr lesen lassen, die anzeigt, wie sich in jeder Sekunde sein Guthaben vermehrt. Bisher hatte es kein Mensch geschafft, der Geld-Zeit-Uhr zu widerstehen. Viele Leute gaben ihm ihr Vermögen zur Aufbewahrung, damit es immer mehr wurde. Geldgier ist des Menschen Untergang.
Und der Zwerg wird ebenfalls untergehen, so wie all die anderen auch, deren Geld er hier „verwaltete“.
Er lachte über seine eigene Bosheit und weckte dabei den kleinen Mann auf. Schnell besann sich der Riese wieder und wurde zum lächelnden lieben Onkel, der sich rührend um den kleinen Kerl sorgte. Er stellte sich dem Zwerg vor und erzählte ihm, wer er war und wie er hieß, wie öde es ist, in dem großen Haus, dass er erst vor kurzer Zeit gekauft hatte. Und so kamen die beiden Männer … Zwerg und Riese, ins Gespräch.
Goldrausch empfand sich geschmeichelt, dass der Schlossherr, ihm so viel von seinen Geheimnissen anvertraute. Armut zeigte sein freundlichstes Gesicht. Er gab ihm zu essen und zu trinken. Er versprach dem Zwerg sogar, für ihn eine Familie zu finden. Der kleine Mann könne ja so lange bei ihm in seiner Burg wohnen, und in einem weichen, warmen Bett schlafen. Er müsse nicht jeden Tag so schwer arbeiten.
Die Aussicht, bald noch mehr Vermögen zu besitzen, ließ ihn immer freundlicher werden. Wie Vater und Sohn unterhielten sich die beiden, sie waren glücklich und zufrieden, miteinander zu sein. Vor lauter Freude hüpfte unser kleiner Freund im Kreis herum. Kein Misstrauen stand zwischen ihnen. So kam es, dass der Große, Goldrausch überlistete.
Auf dem Weg zurück zum Schloss, erklärte er ihm, dass er alles Land gekauft hatte und die Goldmine sein Eigentum war. Aber, weil Herr Goldrausch bereits so lange darin geschürft hatte, würde er ihm die Mine und das Gold überlassen. Riese Armut erzählte, dass in seinem Tresor genug Geld wäre. Damit der Zwerg fleißig weiterarbeitete, versprach er ihm, all seine Schätze darin aufzubewahren. Er warnte ihn vor schlechten Menschen, die sein ganzes Hab und Gut rauben wollten.
Sie stiegen in den Keller hinunter, und dort er zeigte ihm all seine Reichtümer.
Er sagte zu ihm: „Schauen sie Herr Goldrausch, hier hab ich meinen ganzen Schatz sicher aufbewahrt. Es kommt keiner herein, nur ich. Alles ist gut gesichert. Wir beide haben immer freien Zutritt und erlauben uns gegenseitig etwas zu holen, oder noch mehr dazu zutun.“ Dabei lächelte er ihn mit blinzelnden Augen an.

Unser kleiner Freund bewegte sich frei in der riesigen Burg. Er arbeitete jeden Tag in seiner Mine, und trug alles Gold in den Tresor. Der Riese rieb sich heimlich, grinsend die Hände. Den Ort der Goldader hatte er noch nicht in Erfahrung gebracht. Er brauchte es nicht unbedingt zu wissen, denn der kleine Mann brachte sein Gold, täglich in die Schatzkammer. Der große Mann war nicht mehr allein, hatte Gesellschaft und Freude daran, dass Goldrausch so fleißig arbeite. Mehr hatte er nicht nötig, um glücklich zu sein.
Eines Tages, trank Goldrausch viel guten Wein, bekam einen Rausch und er plauderte sein größtes Zwergen-Geheimnis aus. Waren sie doch wie Vater und Sohn, und da wurde alles geteilt – auch ein Mysterium. So erzählte er, dass das Gold sein Lebenselixier war. Ohne Gold, keine Lebensenergie. Die Energie, die das güldene Element des Berges ausströmte, ermöglichte es den Zwergen, viele Hunderte Jahre gesund zu leben.
Oh du armer, dummer kleiner Goldrausch. Jetzt kannte die Gier des Herrn Armut keine Grenzen. Seine Augen wurden rot. Vorbei war es mit dem gütigen Schlossherrn. Seine Boshaftigkeit konnte er nun nicht mehr verstecken. „Wo ist die Mine!“, schrie er, packte den Kleinen und schüttelte ihn so heftig, dass seine ganze Tagesration an Gold-Lebenselixier aus seiner Hosentasche herausfiel.
Gegen diese Riesenkräfte war er ohne das seltene Erdenmetall, machtlos. Der Schock über seine eigene Dummheit lähmte Goldrausch zusätzlich. Er war gezwungen, den Großen zu seiner Grube zu führen.
Angekommen in seiner Mine, kam er wieder zu klaren Gedanken und steckte sich in einem unbeobachteten Augenblick etwas Gold, das herumlag, blitzschnell ein. Er flüsterte sein Zauberwort, dass ihn unsichtbar werden ließ, und verschwand aus der Höhle durch einen Geheimausgang. In allerletzter Sekunde konnte er sich retten.
Kaum hatte Goldrausch das Bergwerk verlassen, fegte ein Wirbelsturm, der feinsten Ruß mit sich trug, durch die Höhlengänge. Der Riese rannte mit Riesenschritten, aus dem Bergwerk.
Ein lauter Donnerknall war zu hören. Die ganze Goldmine stürzte ein und wurde für alle Zeiten verschlossen. Der Berg verschlang die Goldader für immer und ewig.
Der Kohlenstaub blieb an der Kleidung vom Herrn Armut hängen. Gesicht und Hände waren rußgeschwärzt. Der böse Mann hatte die Absicht, den kleinen Menschen zu töten, damit alles Gold ihm allein gehörte. Denn die Goldenergie würde ihm zum ewigen Leben verhelfen, genauso wie es beim Zwerg war. So dachte der Riese.
Er wusste jedoch nicht, dass das Gold-Lebenselixier nur bei demjenigen wirkte, dem die Goldmine gehörte und ein Zwerg war!
Alles Geld und Gold in seinem Tresor wurden im selben Augenblick zu Kohle und Kohlenstaub. Das war die Strafe der Feenkönigin vom Regenbogenland, dafür, was er dem Zwerg angetan hatte.
Herr Armut, war ärmer wie eine Kirchenmaus. Er versuchte, die Kohle zu verkaufen, damit er wieder zu Geld kam. Da irrte er sich gewaltig! Die verkaufte Kohle zerfiel zu Ruß – ebenso das Geld, das er für die verkaufte Ware erhielt. Die Regenbogenkönigin hatte ihren Zauber auf alles gelegt, was mit Kohle und Geld zu tun hatte.
Es war nur ihm selbst erlaubt, das „schwarze Gold“ zu verwenden.
Das Brennmaterial war zu seinem Lebenselixier geworden. Sie wärmte nur sein eigenes Haus. Sein neuartiger Schatz im Tresorraum, gab ihm seinen Reichtum nicht zurück, aber es sorgte dafür, dass er warmes Essen hatte und sein Schloss heizen konnte.
Fortsetzung auf Teil 2 –
Zwerg Goldrausch wird gerettet