Das Baumträumerle

Baumträumerle sucht den Traumpfad
der Aborigines

Das Baumträumerle und Rudith reisen zur Innererde.

Von unterwegs aus rufen wir Muttererde um Hilfe an, und bitten, die Naturgeister die Unwetter zu beruhigen. Während wir auf den Weg zur Innererde sind, überlegen wir uns, was denn passiert sein könnte, dass dieses Chaos ausgelöst hat. Wir bekommen aber keinen konkreten Hinweis. Es hilft alles nix, wir brauchen die klaren Köpfe der Bewohner von Innererde.
Als wir im Urweltenbaum Yggdrasil ankommen, öffnet uns Muttererde bereits die Eingangstür zum Inneren der Erde.  Sie wusste schon Bescheid und hat ihren kleinen Helfer Tzapepazt gerufen, uns zu unterstützen.

Tzapepazt

Tzapepazt ist ein kleiner Mensch und wohnt im gleichen Dorf wie Muttererde. Er ist ein ziemlich schlaues Bürschlein!

Immer wenn er auf seine Reisen durch Innererde geht, rollt er sich durch Purzelbäume vor und zurück. So entstand auch sein Name „Tzapepazt“. Vielleicht kennst du ja seine Geschichte, „Tzapepazt rettet die Innererde“ und hast sie gelesen.
Wir sitzen im Wohnzimmer von Muttererde am runden Tisch. Er sieht aus wie ein großer uralter Baumstumpf, mit einer großen Glaskugel in der Mitte. Und seine Wurzeln strecken sich tief in den Fußboden und zeichnen seltsame Muster drauf.  Jemehr ich den Wurzelboden anschaue, umso besser erkenne ich das Muster darin. Im Wurzelmuster erkenne ich die Kontinente unseres Planeten. Aus der Glaskugel fliegen oder blitzen Lichtfunken heraus, die in alle Richtungen fliegen.

Ich schaue ihnen nach und entdecke, dass sie wie ganz feine regenbogenfarbene, durchsichtige Lichtleitungen von Haus zu Haus fliegen, aber auch über die Wiese, von Blume zu Blume und zu den Glaskugeln auf den Dächern sausen.  Ich mein grad als ob über diesen Weg, Nachrichten ausgetauscht würden.

Mutter Erde schaut meinen Augen nach und lächelt mir zu. „Ja, meine liebe Rudith, das ist eine Tautropfen-Informationslogistik. Die hat unser Tzapepazt in Zusammenarbeit mit den Blumenkindern erfunden. Diese Verbindungen funktioniert ähnlich wie bei euch oben das Internet. Die Verbindung kann uns jetzt gute Dienste leisten. Denn wir müssen wissen, was auf der Obererde los ist. Warum dieses Chaos ausgebrochen ist.  

Nun erzählt ihr mal ganz genau, was da oben geschehen ist. Baumträumerle erzählt der Muttererde von seinen Problemen. Ganz Innererde scheint sich hier zu versammeln. Alle, die gerade in der guten Stube von Muttererde sitzen und zuhören, waren entsetzt! Die Menschen können nicht mehr träumen. An den Fenstern erscheinen immer mehr Mitbürger vom Dorf, welches an alte Urzeiten erinnert … viele große uralte Bäume, mit vielen Blüten und gleichzeitig reifem Obst. Wunderschöne Landschaften, Bäche und Flüsse, Berge und Seen. Ach, ist das hier unten schön … nein … in Innererde – hier ist der Mittelpunkt von unserem Planeten … also in der Erde drin, nicht unten. Der Wohnzimmer scheint immer größer zu werden, sodass alle Menschen und Lebewesen in der guten Stube Platz haben. Ich wusste überhaupt nicht, dass es hier so viele Bewohner gibt.

„So“ – sagt MutterErde – „jetzt muss der große Rat einberufen werden. Alle die hier in Innerde wohnen und leben, alle Riese und Zwerg, Elfen, Kobolde, Naturgeister, Gnome und Devas.“ Mutter Erde stand auf und breitete ihre Arme in alle Richtungen aus … Und es kamen alle in Windeseile zusammen. Aus der ganzen oberirdischen Welt kamen sie in das Dorf von Muttererde. Denn es war mittlerweile überall auf Obererde, bis in das gesamte Naturreich hinein bekannt geworden, dass die Menschen nicht mehr Träumen konnten oder nicht mehr an ihre Träume glaubten. Überall waren Unwetter ausgebrochen, die Natur war außer Kontorlle und alles ging wild durcheinander.

Es herrschte das Chaos! Ein großes Durcheinander! Heilloser Wirrwarr. Keiner konnte mehr klar denken, nur hier in Innererde funktionierte das Leben und Denken noch!

Nun kam Tzapepazt mit seiner Glaskugelvernetzung zum Einsatz. Alle, die sich hier versammelt haben, waren sich einig, sofort musste etwas unternommen werden, sonst war auch das gesamte Leben auf dem Planeten in Gefahr. Wie oben so unten – wie außen so innen.

Oje – oje … Hoffentlich schaffen wir das noch rechtzeitig … und es fällt uns noch eine Lösung ein.

Aus der Glaskugel kamen immer mehr Blitzgewitternachrichten aus Allerwelt vom gesamten Planeten. Muttererde und unser kleiner kluger Freund Tzapepazt hatten viel zu tun, alles einzuordnen, zu hören, zu lesen und alles richtig zu deuten.

Oje, was war denn hier alles durcheinander … der gesamte Planet schien aus den Fugen zu geraten. Die ernsten Gesichter von Muttererde und Tzapepazt sprachen nicht von guten Nachrichten. Auf der Obererde ist alles im Chaos – nichts ist mehr so – wie es sein sollte!

Wie können wir das wieder in Ordnung bringen? „Keine Angst“ – sagt Mutter Erde – „unserem Tzapepazt ist noch immer etwas sehr Kluges eingefallen. Als damals unser Himmel in Innererde viele Löcher bekommen hatte, da war er es, der unsere Innererde gerettet hat. Wichtig ist, dass wir uns Bewusstwerden, dort wo Chaos regiert, kann wieder alles in Ordnung kommen“.

„Nur müssen wir wissen, WO es seinen Anfang gefunden hat“.  – „Dafür ist jetzt unser Tzapepazt zuständig. Und unser Baumträumerle! WO hast du denn deine Träumereien verloren? Liebes Baumträumerle, wann und wo hast du bemerkt, dass die Menschen ihre Träume verloren haben? Wann und wo hast du bemerkt, dass du sie mit deinen heilenden Träumen nicht mehr erreichen konntest?“

Das Baumträumerle überlegte:
„Ich wollte gerade, auf dem Traumpfad der Aborigines wandeln, als ich bemerkte, dass ich den Traumpfad nicht mehr finden konnte. Er war plötzlich weg! Ich wusste ganz genau, dass hier wo ich ging, der Traumpfad sein musste. Seit Aborigines auf ihren Traumpfad gehen, begleite ich sie. Doch, ich fand sie nicht mehr. Wenn dieses Volk verschwunden ist, dann sieht es schlimm aus, auf unserer Erde. Denn nur durch dieses Volk, das sich alles in ihr Leben träumt, können auch alle anderen Menschen noch träumen, wenn auch nur in der Nacht. Kinder und Frei denkende Menschen, können das auch im Wachzustand, so wie die Ureinwohner von Australien auch. Aber wenn dieses Volk nicht mehr zu finden ist, sind alle anderen, keine „Träumer“ mehr. Das war der Anfang! Seitdem suche ich vergeblich, die Träumenden-Menschen.“

Baumträumerle sucht den Traumpfad der Aborigines

Tzapepazt rief: „Ich hab sie … Sie gehen einen anderen Traumpfad, ein Urahne von ihnen hat sie auf einen neuen Weg geführt, weil der alte, durch böse Menschenträume verschmutzt wurde.  Alles muss neu eingerichtet werden, sagen sie. Sie haben dich liebes Baumträumerle nicht mehr erreichen können, weil du dich etwas verspätet hattest, sagen sie. Sie konnten nicht auf dich warten, als du sie damals gesucht hast. Du warst so verwirrt durch den bösen Menschentraum, der hier auf den Traumpfad ausgelegt wurde, dass du ihre Nachricht nicht träumen konntest.“

„Ja – aber – WER verschmutzt denn meine Traumwege?“ – „Wer KENNT mein geheimes Wissen, wo und wie ich meine Träume verteile?“ – „Derjenige der dafür sorgte, dass du zu spät gekommen bist!“ – „Überleg mal, liebes Baumträumerle. WER oder WAS hat dich aufgehalten, BEVOR du zum Traumpfad der Aborigines gehen wolltest?“ 

Das Baumträumerle machte große Augen, legte seine Stirn in tausend Falten, lüftete sein Baumkronenblätterdach, lies den Wind hindurch sausen und schaute mit seinem Traumfänger-Blätterdach in die Ferne. „Auf dem Traumpfad lag ein kleines Kind, das weinte ganz fürchterlich, weil es im Traum seine Mama verloren hatte! Das konnte ich doch nicht einfach so liegen lassen?“

 „Was hast du dann gemacht?“, fragte Tzapepazt. „Nur du allein kannst uns jetzt weiterhelfen, liebes Baumträumerle, du allein kannst das Rätsel lösen!“ – „ICH?“ – „Ja, du!“ – und Muttererde nickend zustimmend.  Zum ersten Mal in seinem Baumträumer-Leben musste er sich hinsetzen.

 „Lieber Tzapepazt, kannst du mir nicht helfen? Ich weiß es nicht mehr, weil es doch kein Traum war, sondern Wirklichkeit! Und das kann ich mir nicht merken, nur meine Träume. Kannst du mir denn meinen Weg, den ich damals gegangen bin, in deiner Wunderkugel zeigen?“

 Alle schauten jetzt fragend auf Tzapepazt. Der schaute genauso verdutzt drein wie alle anderen. Noch nie hatte er seine Tautropfenkugelerfindung für die Rückwärtssuche verwendet. Natürlich ging das! Er brauchte seine Tautropfenblumenkinder nur zu beauftragen, den Weg des Baumträumerle zurückzuverfolgen. Im Spiegelbild rückwärts zu schauen, müsste genauso funktionieren, wie Nachrichten vorwärts zu senden. Er war doch Tzapepazt, auf seinen Reisen machte er doch das genauso. Er rollte sich vorwärts und schaute in die Zukunft, er rollte rückwärts und schaute sich seine Vergangenheit an.

Na dann aber los. Rollend flitze er zu seinen Tautropfen-Blütenkelch-Kindern und erzählte ihnen, was er jetzt von ihnen wissen wollte. ER musste nicht lange erklären, denn die Tautropfenkinder hatten schon sehr lange ein Spiel erfunden. Sie verfolgten Tzapepazt auf seinen Wegen und schauten auch in seine Vergangenheit, was unser kleiner Experte früher alles erfunden hatte.  Tzapepazt machte große Augen, versuchte ein finsteres Gesicht zu machen, weil sie ohne ihn zu fragen, seine Wege angeschaut hatten. Aber unser kleiner Freund konnte überhaupt nicht böse mit seinen Tautropfenkindern sein.

Also richteten die Tautropfenkinder alle Tautropfen dieser Erde auf das Baumträumerle und seine Wege, die er bisher gegangen war. Ganz besonders jedoch auf die Traumpfad-Tautropfen der Aborigines. Und sofort konnten alle sehen, was damals passiert war. 

Ein böser Zauberriese, größer als alle bisher bekannten Riesen, hatte unser Baumträumerle beobachtet und sich selbst in ein kleines Kind verwandelt, um das Baumträumerle zu täuschen. Den Rest kennst du ja bereits. So mussten die Tautropfenkinder nur noch den Weg des verzauberten Kleinkind-Zauberriesen verfolgen. Das dürfte auch kein Problem sein. So schlau wie die hier in Innererde alle sind!

Muttererde und Tzapepazt waren richtig stolz auf ihre Tautropfenkinder, wie schlau sie doch sind. Voller Liebe schauten sie ihre kleinen Naturwesen hier im Tal von Innererde an, alle Bewohner hatten sie so lieb, und je mehr Liebe zu den kleinen Tautropfen floss, umso besser konnten sie den Weg des bösen Riesen verfolgen. Bald hatten sie seine Spuren entdeckt, die waren ja nicht übersehen. Er bemühte sich, nicht einmal vorsichtig zu sein, damit ihn keiner sieht. Wozu auch, es wusste doch keiner, wo er war. So dumm war der Riese!

Jetzt konnte Muttererde und die gesamte Anderswelt gemeinsam den Zauberer überwältigen. Alle Tautropfen der Obererde wurden nun auf seine Augen gerichtet. Er wurde so stark geblendet, dass er erblindete. Muttererde rief die gesamte Drachenwelt um Hilfe.

Natürlich waren unsere beiden Freunde Rucki und Zucki auch mit dabei. Wer die Geschichte von dem Delfin-Regenbogentunnelkanal gelesen hat, kennt die beiden Drachenfreunde. Es sind Krafttiere von Rudith und Rudi.  Die beiden und ihre gesamte Drachenfamilie flogen – RuckiZucki! – nach Australien zum Traumpfad der Ureinwohner und fanden dort den schlafenden erblindeten Riesen. Nachdem er blind war, hatte er sich einfach zum Schlafen hingelegt. So ein riesiges Dummerle, bemerkten unsere Tautropfenkinder, so groß wie er ist, so dumm ist auch. Ohne in Deckung zu gehen, legt er sich einfach mitten auf den Weg, wo ihn jeder finden konnte. Mit unserer Geheimwaffe hätten wir ihn auch wo anders gefunden. Tzapepazt zwinkerte seinen kleinen Freunden zu.

Und was machten nun die Drachen mit dem Riesen? Nachdem er geblendet war, konnte er nicht mehr zaubern, weil die Heilkraft der Blumenblüten-Tautropfen alles auslöschte was nicht lichtvoll, klar und rein war. Somit war der Riese von seiner bösen Zauberei geheilt und nur noch ein normaler riesengroßer Mensch, der sich an sein Zauberwesen-Leben nicht mehr erinnern konnte. Und damit er mit seiner Kraft keinen Unsinn mehr anstellen konnte, wurde er von den Drachen in den großen Urwald der Dinosaurier gebracht. Dort durfte er als Hüter des Urwaldes Muttererde helfen, die Dinos zu hüten. So war er aufgeräumt und hatte auch noch eine gute Aufgabe. Und manchmal kämpft er mit den Dinos um die Wette, wer der Stärkste unter ihnen ist. Dabei gibt es keinen Gewinner oder Verlierer, denn der Spaß, den sie damit haben, ist viel wichtiger. Unsere Mutter Erde liebt halt alle ihre Lebewesen, auch wenn sie mal sehr böse waren … durften sie in Innererde weiterleben und nützlich sein.

Von den ganzen Aufregungen des Tages, war Rudith und das Baumträumerle so müde geworden, dass sie einschliefen. Sie hatten sich unter einen großen Baum in die Wiese gelegt. Rudith kuschelte sich in das Blätterwerk vom Baumträumerle und fing sofort an, mit den Blättern zu träumen.

Sie träumten sich in den Traumpfad der Aborigines. Sie hatten sofort den neuen Pfad gefunden. Die Ureinwohner von Australien hatten entdeckt, das zu viele Fremde auf ihren Pfaden unterwegs waren. Das könnte sehr gefährlich werden, für das alte Volk Australiens. Das Baumträumerle brachte ihnen im Traum viele neue Wege, mit denen sie nun sicherer wandern konnten.

Es steht in den Sternen geschrieben, erzählten sie uns im Traum, dass es jetzt an der Zeit ist, für alle Menschen, neue Wege zu gehen.

Rudith dehnte und streckte in ihrem Bett. Sie blinzelte durch ihre Wimpern und suchte die Wiese auf der sie eingeschlafen war. Anstatt des Blätterwerks vom Baumträumerle, kitzelten sie die Haare vom Radulf und die vom Rudi an die Nase … Sie rieß ihre Augen ganz weit auf, ja wo kommt ihr denn her?
Sie schaute sich um … ach so, sie lag mal wieder im Bett vom Radulf. Rudi war auch dabei. Typisch, immer wenn sie in der Anderswelt zu tun hatten, erwachten sie gemeinsam im gleichen Bett. Das war ein Zeichen dafür, dass sie ihre Arbeit gut gemacht hatten und alles in Ordnung war.

Die Menschen träumten wieder, und lebten ihre Träume. Es gab so viele Regenbögen auf der gesamten Erde wie noch nie. Jeder träumte sich seinen eigenen Regenbogen. Stellt euch das mal vor!!! Milliarden von Regenbögen. 
Wer von euch kann unseren Planeten Erde mit so viel Regenbögen zeichnen oder malen?

So hoffentlich hab ich nix Vergessen zu erzählen … und wenn doch, dann fragt mich einfach oder sagt …. Hei, wie geht die Geschichte weiter?

Träumt was Schönes, und nicht vergessen!!! Glaubt an eure Träume! Träume können wahr werden!
Ich hab euch alle LIEB – alle Kinder dieser Erde – auch die Erwachsenen, sie sind oder waren ja auch mal Kinder! Leider vergisst der Mensch dass, wenn er GROSS geworden ist!!!!

Herzliche Grüße eure Traumfee Alissja und Barbara

Uluru – Ayers Rock

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