Gartensiedler

Regenbogenblumen

Überraschung bei den Gartensiedlern

„Wer sind denn die Gartensiedler?“ – fragt du mich. „Das sind alle feinstofflichen Wesen, die bei uns im Garten wohnen und alle Pflanzen darin pflegen und mit kosmischer Energie versorgen! Das sind Elfen, Feen, Devas, Zwerge. So manches mal schauen sie mir beim Schreiben der Geschichten zu und erzählen mir dann, ihre Abenteuer … oder sie treiben ihren Schabernack mit mir!“

An einem schönen Tag im Sommer sitze ich gerade auf meiner Terrasse und tippe eine neue Geschichte in mein Laptop. Ich möchte etwas Neues über meine Gartenwesen schreiben, als ich sie direkt neben mir fühle. Es ist ein Gewusele und Gekichere. Sie wollen unbedingt wissen, was ich über sie schreib. Einige setzen sich auf meine Schultern und schauen zu, wie ich alles, was sie erzählen, über die Tasten in das Schreibprogramm, eingebe. Und wie auf dem Bildschirm des Laptops die Buchstaben sich zu Worte zusammenfinden.

Die kleinen Siedler meines Gartens freuen sich über diese kleine Reise zu den Menschen und ihrer Technik. Sie erzählen mir, dass sie solche Instrumente nicht brauchen, weil sie sich über Gedanken austauschen können, auch über große Entfernungen hinweg.

„Ihr Menschen lebt da noch WEIT hinter unserer Entwicklung“, erzählen sie mir. „Wenn wir uns mehr mit Gedankenübertragung befassen würden, dann bräuchten wir diese komischen Geräte nicht.“ Dennoch finden SIE es sehr lustig, wie so plötzlich auf dem elektronischen Papier die Worte entstehen.

Auf meinem Tisch stehen ein paar Kekse und Obstsaft zum Trinken bereit. Etwas Leckeres für meine lieben kleinen Freunde. – „Häii du“, schimpft gerade einer, „wir sind nicht KLEIN! Wir erscheinen dir nur so!!! Wir sind in Wirklichkeit Riesen, du würdest dir wahrscheinlich in die Hosen machen, wenn du unsere wahre Größe sehen würdest“. Brüllt er mir ins Ohr.
„Hä du“, sagt ein anderes Wesen neben mir, „benimm dich gefälligst! Wir sind hier zu Gast! Entschuldige dich sofort, aber PRONTO!“ – „Uii! Das wollte ich nicht, Entschuldigung. Da ist wohl meine irische Vorverahnung – ähäm – Vorahnen – nein – Veranlagung mit mir durchgegangen. Sorry!“

„Ich bin überhaupt ned beleidigt, über das, was der kleine Mann neben mir grad gsagt hat, aber weißt du, ich weiß überhaupt nicht, wie du heißt. Du siehst halt so klein für mich aus, und bei uns Menschen ist das Wort ‚Klein‘ eher was Niedliches, das man gerne hat“.

Oje, nun ist der kleine Mann neben mir, aber zornig geworden. Er wird jetzt knallrot im Gesicht. Er versucht, sich zu beherrschen. Doch seine irische Abstammung geht mit ihm durch. Er brüllt mich an:

„Ich bin nicht niedlich! Ich bin nicht klein! Merken Sie sich das, ein für alle Mal!“

Die anderen Gartenwesen um mich herum sind ganz still geworden, weil einer von ihnen so unhöflich geworden ist. Sie befürchten, vom Oberhaupt der Gartendevas dafür bestraft zu werden. „Wenn das Oberhaupt der Gartensiedler, diesen Gefühlsausbruch mitbekommen hat, dann oje, ojemine. Dann …“ – „Ja, was dann?“ frage ich – „Das wissen wir nicht, was passiert. Wir hören immer nur, wehe dem Einen!“

„Ihr lieben Gartensiedler, ich bin euch nicht böse! Das kann doch mal vorkommen, dass einem die Hutschnur reißt, und solche Worte über die Zunge sausen. Bitte sagt eurem Gartenoberhaupt, ich bin – ähm – wie heißt du denn? Ich bin dir wirklich nicht böse“.

„Ich darf dir meinen Namen nicht sagen, sonst hast du Macht über mich, und ich muss tun, was du sagst. Ich weiß das noch von meinem Vorahnen aus Irland, die sagten immer: Gib niemals deinen Namen preis, und schon gar nicht einem Menschenwesen. Denn dann gehörst du ihm und bist sein Eigentum.“

„Ach du meine Güte! Das sind aber schlimme Dinge, die du da sagst. Schau mal Herr – hm? Die Rosenkönigin Rosa-Linde hat mir doch auch ihren Namen genannt, damit ich sie jederzeit rufen kann, wenn ich sie brauche. Sie hat sehr viel Vertrauen zu mir. Und wenn ich mit ihr über deinen kleinen Ausrutscher reden soll, dann muss ich doch deinen Namen wissen, damit dir nix passiert!“

Die anderen kleinen Gartensiedler geben mir recht, sie flüstern alle mit Herrn „sowieso“. Und sie würden ihm auch gern helfen, seinen Fehltritt wiedergutzumachen. „So sag doch der Alisa deinen Namen. Wenn sie den Namen unserer Königin weiß, dann kannst du ihr doch auch deinen Namen nennen.“

Der Gartenzwerg neben mir schaut mich ganz traurig und verzweifelt an. Seine Augen fragen mich: „Was soll ich denn tun?“ – „Ok, machen wir was anderes. Welche Arbeit machst du in meinem Garten? Bist du für das Gemüse oder für die Blumen zuständig?“ – „Ich bewache Obstbäume“, sagt der Gartensiedler, der mir seinen Namen nicht nennen will. „Darf ich Baumgeist zu dir sagen?“- „Nun ja, das ist mir lieber als Kleiner oder Niedlicher!“

„Also, sind denn die anderen Gartensiedler auch damit einverstanden, dass ich zu eurem Freund Baumgeist sage? Damit ihr auch wisst, wen ich meine“. Alle Gartensiedler, die zugeschaut haben, nickten. „Jawohl, das ist ein guter Name für unseren Freund, dem Baumpfleger.“ – „Und so kannst du jetzt, lieber Baumgeist, zur Königin reisen, und dich für deinen Fehltritt in den Umgangsformen mit Menschen beraten lassen und dich entschuldigen.“

„Nein, entschuldigen brauchst du dich nicht mehr“, sagt da plötzlich eine Stimme hinter mir. „Denn die Alisa ist dir überhaupt nicht böse. Aber du wirst ihr in der nächsten Zeit immer zu Rate stehen, wenn sie mit den Obstbäumen Probleme hat. Einverstanden?“

Wir schauten uns alle nach der Stimme um, die soeben gesprochen hat und sahen unsere liebe Rosenkönigin Rosa-Linde, aus der Anderswelt. „Rosa-Linde, wo kommst du denn so plötzlich her?“ – fragte ich sie. Rosa-Linde schenkte mir ein zauberhaftes Lächeln auf ihrem wunderschönen Feengesicht. Sie trug ihr Gartenkleid mit vielen rosafarbenen Rosenblüten drauf, der Strohhut saß ihr keck in Nacken.

„Weißt du liebe Alisa, ich hatte große Sehnsucht nach dir und so habe mich in deine Gedanken eingeklinkt, um mit dir in Kontakt zu kommen.“– „Ach, deshalb hatte ich heute schon den ganzen Tag an dich denken müssen!“ – „Ja, genauso ist es, liebste Freundin.“

Die Gartensiedler standen mit weit aufgerissenen Augen herum und vergaßen zu atmen. Dadurch wurden sie immer unsichtbarer. Rosa-Linde bemerkte gerade noch rechtzeitig, dass große Gefahr für ihr kleines Volk besteht. Sie klatschte dreimal laut in ihre Feenhände, und bewarf sie mit Energiekugeln, die sie aus ihrer Aura formte. In Rosa-Lindes-Aura befand sich die kosmische Sternenenergie der Heilung, die sie immer verwendete, wenn Lebensgefahr für ihr kleines Volk bestand. Die kleinen Gartensiedler, begannen zu atmen und ihre Körper nahmen wieder feste Materie an.

„Was war das denn jetzt?“, wollte ich von Rosa-Linde wissen. „Liebe Alisa, wenn die Feen in Schockstarre geraten, vergessen sie zu Atmen, und dadurch verliert ihr Körper an Masse. Sie lösen sich auf und können nur noch mit meiner Hilfe ins Leben zurückgeholt werden. Aber nur, wenn ich diese Situation sofort bemerke. Sonst ist auch für mich jede Hilfsaktion zu spät.“

„Na sagt mal, warum seid ihr denn so erschrocken?“– „Weil du mit Alisa redest wie mit uns, deinem Volk! Das haben wir noch nie in unserem Leben gesehen. Das ist doch ein Menschenwesen und vor denen müssen wir uns doch immer in Acht nehmen!“ – „Ihr lieben Gartensiedler, das war mal vor langer, langer Zeit wichtig. Aber in der Zwischenzeit sind die Menschen auf einer anderen Bewusstseinsebene gelandet. Ihr seid für diejenigen, die ein weites Bewusstsein entwickelt haben, sichtbar. Und diesen Menschen dürft ihr schon vertrauen. Ist euch denn nicht aufgefallen, dass Alisa euch sieht?“

„Äh – Ja natürlich, aber wir dachten uns dabei überhaupt nix, weil sie so – so – nett ist und uns zuhört. Es hat uns überhaupt nicht gewundert, über das, was hier so abläuft. Sie sitzt da und schreibt alles auf, was wir ihr erzählen. Nur als der Obstler so ausfällig geworden ist, und die Alisa beschimpft hat, da wurde uns auf einmal so seltsam zumute. Und dann warst du plötzlich da, und wir sind in den Schock gefallen. Danke liebe Rosa-Linde, dass du uns gerettet hast, und zum rechten Zeitpunkt am richtigen Ort warst.“

Gartensiedler-Elfen
Gartensiedler Elfen und Feen arbeiten im Garten

„Ihr lieben Gartensiedler, hier bei Alisa’s Garten bin ich doch so gut wie Zuhause. Alle Rosen, die hier stehen, hab ich selbst mit Alisa gepflanzt. Ihr habt mir doch dabei geholfen, habt ihr denn das vergessen? Ihr selbst habt diesen wunderschönen Garten zusammen mit Alisa gepflegt. Ihr hab sie doch so lieb. Und weil ihr sie so gerne habt, kann Alisa euch sehen. Alisa liebt euch doch auch!“

„Sag mal du lieber Obstler, hast du mal wieder deine irischen Ahnen mit zur Arbeit eingeladen? Damit du nicht so viel arbeiten musst? Sind deshalb deine irischen Pferde mit dir durchgegangen?“

Der Baumgeist Obstler konnte seiner Königin nicht mehr in die Augen schauen. Sie hat ihn mal wieder voll erwischt, in seiner Faulheit und Trägheit. Seine irischen Ahnen guckten um die Ecke und waren gerade dabei, vor Schock sich in Luft aufzulösen, als die Rosenkönigin sie entdeckte. Sie klatsche in ihre Hände, und warf auch hier ihre Energiebälle in die irische Obstlergruppe. Sofort kehrte ihre Lebenskraft wieder in ihre Körper zurück.

„Solche Schlingel seid ihr“, schimpfte sie mit liebevollen Augen, „schaut euch nur mal um, was ihr angestellt habt, mit euren wütenden Gedanken. Der ganze Garten ist verwüstet, meine Rosenblüten liegen auf der Erde. Was macht ihr nur für Unsinn! Sofort bringt ihr im Garten von Alisa wieder alles in Ordnung“.

Es war mir noch gar nicht aufgefallen, dass die Energien der irischen Verwandten unseres Obstlers, so heißt unser „Kleiner“ Baumgeist, solche zerstörerische Kräfte entwickelt hatten.

Alle Gartensiedler halfen zusammen, alles wieder in Ordnung zu bringen. Die Obstlerfamilie sauste wie ein Wirbelwind durch meinen Garten, und im Nullkommanix war wieder alles in Ordnung.

Rosa-Linde und ich hatten in der Zwischenzeit, mit den Früchten des Gartens, schnell etwas Leckeres, zum Essen zubereitet. Ich rief meine Freundin Mere an, ob sie Zeit hätte vorbeikommen, es wäre eine Überraschung hier!

Ihr kennt bestimmt meine Freundin Mere schon, aus meinen anderen Geschichten. Mere staunte mit offenem Mund und riesigen Augen, als sie mit ihrem Fahrrad in unserem Garten sauste. „Ja, was ist denn hier los?“ – „Rosa-Linde!“ – rief sie voller Freude. Sie umarmten sich und wirbelten durch den Garten.

Daraus entstand eine Wiedersehensfeier größeren Ausmaßes. Alle Gartensiedler unseres kleinen Dorfes durften mitfeiern. Sie brachten viele Köstlichkeiten aus ihren Gärten mit. Das Fest dauerte – nun – solange ein Fest eben dauert. Wenn sich alle so richtig freuten … 3 Tage? Oder länger? Ich weiß es nicht mehr. Es war sooo schön.

Rosenkönigin im Abendlicht

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