Delfinreise

Delfinreise durch den Regenbogen-Kanal
Gestern rief mich mein Freund Rudi an:
„Hallo Rudith, heute Nacht besuchte mich im Traum ein Delfin, ich sollte ihn begleiten. Ohne Dich, wollte ich jedoch nicht mitkommen! Magst du mich auf dieser Traumreise begleiten?“ – „Oh ja, sehr, sehr gerne.“
So habe ich meine Delfinfreunde gerufen und ihnen erzählt, dass mein Freund Rudi mit mir diese Delfinreise mitmachen möchte. Mein Delfinfreund Delsiri-Us, sagte mir sofort zu. Er würde mit uns in die Anderswelt reisen.
Rudi und ich legten uns sogleich nach dem gemeinsamen Frühstück mit unseren Familien, in die Blumenwiese in unserem Garten und fingen an zu träumen.
Rudith und Rudi sind schon seit Kindheitstagen die besten Freunde.
Hand in Hand gingen wir in unserem gemeinsamen Traum, zum Regenbogen dort, wo er die Erde küsst! So haben es uns die Delfine erklärt.
Am Anfang des Regenbogens standen wir an einem Meer, das eingetaucht war in die Farben des Regenbogens. Genau hier begann ein riesiger Tunnel. Genauso wie das Bild, das ich gemalt habe, das von den Delfinen im Regenbogenkanal.
Rudi und ich mussten nicht lange am Ufer warten. Wir hörten das Geschnatter der Delfine schon von weitem. Das Echo, das im Regenbogentunnel wohnt, wiederholte das Delfingeschnatter immer wieder. Unsere lieben Delfin-Freunde, Delsiri-Us und Delfti-An, tanzten auf ihren Schwanzflossen heran und sangen lauthals ihr delfinisches Wanderlied. Das Echo sang freudig mit.
Als sie uns am Ufer bemerkten, schnellten sie mit ihrem Delfinsprint auf uns zu, und platschten mit einem Salto rückwärts, voller Freude ins Wasser. Rudi und ich, waren Klitscheklatsche nass. Das Wasser tropfte aus unseren Haaren und Kleidern heraus. In ihrer großen Freude, uns zu sehen, schlugen sie nochmals mit ihren Delfinschwänzen kräftig ins Wasser und winkten mit den Flossen.
Delsiri-Us und Delfti-An lachten und sagten, wir sollen doch gleich, so nass wie wir schon sind, ins Wasser springen und mit ihnen ein paar Runden schwimmen und spielen. Was wir dann auch sehr gerne machten. Im Traumland verstehen die Menschen die Delfinsprache sehr gut.
Nach einiger Zeit waren wir vollkommen aus der Puste. Unsere beiden Delfin-Freunde ließen uns auf ihren Rücken reiten. So sind wir immer tiefer und tiefer in den Regenbogenkanal hineingetragen worden. Die Regenbogenfarben wirkten sehr kraftvoll. Je tiefer wir in den Tunnelkanal hineinkamen, umso schöner und heller erstrahlte alles.
Die Wände glitzerten Regenbogengoldig! So was hatten wir noch nie gesehen. Das Gold mit den Farben des Regenbogens vermischt, ließ einen tollen Glanzeffekt entstehen! Ältere Leute haben schon öfter erzählt, dass am Ende eines Regenbogens ein Topf mit Gold zu finden wäre! Wir glaubten an dieses Märchen nie! Puh! Was für ein Ammenmärchen! Und jetzt, sahen wir gleich einen ganzen Tunnel voll Gold! Träumten wir das alles? Oder war es Wirklichkeit?
„Hey Rudith, zwick mich mal, vielleicht schlaf ich und werde wach, wenn du mich zwi – Aua – spinnst du?! Das tut ja weh, wenn du mich zwickst!“ Rudi sah mich voll beleidigt an! „Ja mein lieber Freund, du wolltest doch, dass ich dich zwicke!“ So ging unsere Plänklerei, wie in Kindheitstagen weiter.
Die beiden Delfin-Freunde sagten: „Jetzt seid doch endlich mal still! Haltet euch gut an unseren Flossen fest, denn jetzt beginnt das Abenteuer einer Regenbogentunnel-Wasserfall-Rutsche!“
Wow!!! Was haben die beiden denn nun mit uns vor? Wir hielten uns gut fest. Der Rand des Tunnels kam immer näher. Am Ende des Kanals war es ganz besonders hell. Nun hörten wir auch das Rauschen, dass sich überall im Tunnelkanal verteilte, ganz deutlich. Es hörte sich sehr schön an, so als ob der Wasserfall uns sein Lied vorsingen wollte.
Und dann ging die Post ab! Wir dachten zuerst, wir sausen mit dem Wasserfall in die Tiefe!
NEIN!
Wir flogen mit den Delfinen über den Wasserfall hinweg. Wir konnten gar nicht glauben, was wir hier sahen! Die Delfine flogen mehrmals am Wasserfall hin und her, damit wir dieses wunderschöne Naturschauspiel betrachten konnten.
Uiii … das Bild, welches ich gerade sehen darf, ich kann es kaum beschreiben, wie es aussieht, wenn die Regenbogenfarben in einem Sturzbach, in eine andere Welt hinunterfallen. Es sah aus, als ob der Regenbogen seine Farben, mit einem riesigen Wasserstrahl in die darunter liegende Landschaft ausgießen würde. Und wie bei einem großen Wasserfall auch, gab es einen feinen Tropfenregen-Nebel, in dem sich ein Regenbogen bildet. Also ein Regenbogen im Regenbogen! Kannst du dir das vorstellen? Und die vielen feinen Wassernebel-Regenbogenfarbtropfen glitzerten in der Sonne, wie viele kleine Diamanten!
Plötzlich hörten wir ein Surren in der Luft! Der Wind wehte ganz leicht und wurde dann immer kräftiger. Viele kleine Mücken kamen zu uns hergeflogen. Je näher sie herankamen, umso größer wurden sie. Und dann sahen wir … die Bewohner der Anderswelt! Viele Elfen begrüßten uns!
Delsiri-Us und Delfti-An, unsere beiden Delfine landeten auf einer Wiese und ließen uns absteigen. Dann verwandelten sie sich in Anderswelt-Bewohner. Sie sahen aus wie riesige Elfen. Ein Delfin-Elfenmann und eine Delfin-Elfenfrau! Sie wurden von vielen Zwergen, Feenkindern und Baumwesen umringt.
„Endlich seid ihr da!“
„Wo wart ihr denn so lange?“
„Wir brauchen dringend eure Hilfe!“
„Nana“, sagte Delsiri-Us, „nun sind wir ja hier!“
„Es ist noch nicht zu spät!“
„In der Anderswelt zählt die Zeit doch nicht!“
Ein sehr alter Zwerg mit einem ganz langen weißen Bart und einem zerknitterten Gesicht, trat zu uns und sagte: „Delsiri-Us und Delfti-An, ihr beiden wisst doch ganz genau, wie dringend wir auf Rudith und Rudi warten. Nur diese beiden Menschenkinder können uns helfen!“
Rudi und ich sahen uns fragend an? WAS? Wir beide sollen der Anderswelt helfen? Fragend blickten wir in die Runde. „Was ist denn passiert? Wie können wir euch helfen?“
Der Oberste vom Ältestenrat sah uns an.
„Ihr beiden Menschenkinder seid die Auserwählten die uns noch retten können! Kein Mensch glaubt mehr an die Anderswelt! Sie sagen, wir wären nur ein Märchen und nicht real!“
„In Irland, da gibt es doch einen Elfenbeauftragte. In Irland seid ihr doch ein anerkanntes Volk! Warum ist die Anderswelt denn in Gefahr?“ fragten Rudi und ich gleichzeitig.
„In Irland lebt und regieren unsere Verwandten Laurin und Leprechaun. Aber auch dort sind unsere Verwandten in Gefahr! Ihr Menschen vergiftet die Erde! Mutter Erde kann sich nicht mehr selbst reinigen! Alle Naturgeister verlieren ihre Kräfte, durch die Umweltgifte, die ihr Menschen in die Meere und Ozeane kippt. Alle Säugetiere der Meere sind in Lebensgefahr. Alle Meeresbewohner der Erde, sind am Verhungern und ersticken im Wasser, weil nicht mehr genügend Sauerstoff vorhanden ist. Ihr müsst als unsere Fürsprecher in eurer Welt tätig werden. Nur ihr beide könnt die Anderswelt und somit unseren Planeten retten. Wir Andersweltbewohner haben nicht mehr die Kraft dazu.“
Das Oberhaupt, der älteste Zwerg vom Regenbogen-Wasserfall-Tal, wurde ganz leise und fing zu weinen an. Alle, die um ihn herumstanden, weinten. So viele Tränen flossen, dass das kleine Bächlein im Tal überlief. Es überschwemmte die Wege und die Blumenwiesen.
Wir sahen, wie das Tal seinen Glanz verlor. Es wurde mit einem Mal dunkel um uns herum. Die Sonne verschwand hinter Gewitterwolken. Mit der großen Traurigkeit des kleinen Volkes kamen immer mehr Wolken und das Land wurde überschwemmt von den Tränen und der Krankheit, die sich hier ausgebreitet hat.
Rudi und ich mussten nun sehr schnell handeln. Durch die große Traurigkeit konnten die Zwerge, die Elfen und Feen und alle anderen Lebewesen nichts mehr tun. Sie standen regungslos herum und wurden immer hutzeliger. Sie verschrumpelten mit jeder Träne, die sie weinten, immer mehr.
Ich sah meinen Freund an und plötzlich wussten wir, was zu tun war. Wir suchten ein Krafttier, dass noch nicht von der großen Traurigkeit befallen war. Plötzlich dachten wir beide an unsere Krafttiere, die Drachen! Genau! Nur die beiden alleine, konnten noch helfen.
Wir riefen ihre Namen: „Rucki-Zucki! – Kommt schnell, schnell, schnell! So schnell ihr könnt! Ihr müsst in einer Sekunde hier im Tal der Tränen erscheinen. Sonst ist die gesamte Anderswelt verloren.“
Mit lautem Getöse und mit viel Wind kamen sie herbeigeflogen!
Unsere beiden Kraft-Tiere, Rucki und Zucki! Endlich! Sie segelten mit ihren Drachenschwingen in das Tal und landeten vorsichtig am Rande des Dorfes. Trotzdem wirbelten sie jede Menge Staub auf. Wir erklärten ihnen, was passiert war und wie gefährlich die Situation gerade geworden war.
„Wir brauchen euren Mut, Stärke und Kraft! Wir müssen sofort in den Regenbogentunnel hineinfliegen und die heilenden Kräfte des Regenbogengoldes holen und über die Anderswelt verteilen. Es eilt! Könnt ihr noch ein paar von euren Drachenfreunden dazu holen?“
„Klar können wir das!“, sagten sie!
Und Rucki-Zucki sei Dank, schon brüllten sie in alle Richtungen und mobilisierten so ihre Drachenfamilie. In ein paar Sekunden waren alle zusammengerufen. Sie flogen mit uns in den Tunnelkanal und tauchten in die Regenbogenfarben samt Gold hinein. Sie drehten sich darin herum und wickelten die goldfarben auf, wie feine Spinnfäden. Flogen über den Wasserfall und ließen die Goldfäden in den Wasserfall hinein sich abspulen. Der Wasserfall wurde durch die kräftigen Flügelschläge der Drachen, zu feinstem Wassertropfen-Goldstaub verwirbelt.
Ein anderer Drache machte mit seinen Drachenflügeln soviel Wind, wie es das kleine Tal vertrug. So flog der goldene Regenbogenfarbengoldstaub über das gesamte Tal, zu den Bewohnern. Die Drachen waren unermüdlich tätig. Sie flogen in den Tunnelkanal hinein und holten die heilenden, kräftigenden Regenbogen-Goldfäden heraus, solange wie es gebraucht wurde.
Und langsam veränderte sich das Licht im Tal wieder. Die dunklen Wolken lösten sich in dem goldfarbenen Lichtfäden-Nebelstaub auf. Die Sonne konnte wieder ihr Licht und ihre Wärme in die Anderswelt senden. Die Wasserfluten, die durch die Tränen des kleinen Volkes entstanden waren, trockneten. Die Fluten versiegten. Und langsam erfüllte das goldene Licht, die kleinen Wesen wieder mit Lichtnahrung.
Das Licht und die Liebe, die unsere beiden Menschenkinder in sich trugen, gaben der Anderswelt wieder so viel Kraft, dass sie wieder erwachten. Ihre Haut glättete und färbte sich wieder. Ihre Körper streckten sich hoch und dehnten sich aus. Das Goldlicht und die Regenbogenfarben, das Sonnenlicht, die Kraft und der Mut der Drachen, die Liebe und das Vertrauen der Menschenkinder Rudi und Rudith, verhalfen der Anderswelt und seinen Bewohner, wieder zu neuem Leben.
Die Drachen Rucki-Zucki, Rudith und Rudi konnten nun zusehen wie die Kraft des Goldes, das gesamte Land wieder zu neuem Leben erwachen ließ. Die Bäume, die Blumen, die Wasser, die Vögel, die Insekten … alle und alles war mit neuer Kraft und Liebe aufgeladen.
Die Anderswelt war gerettet.
Das gesamte Tal, rund um den Regenbogenwasserfall erholte sich rasend schnell. Nun konnten auch die übrigen Länder der Anderswelt wieder mit dem Goldfluss des Regenbogentunnelkanals geheilt werden.
„Ich, die Traumfee Alissja bin ganz schön erschrocken, als ich von dieser Katastrophe erfahren habe. Denn das ist nicht meine Geschichte, die ich hier erzähle. Das ist traurige Wirklichkeit! Die Weltenmeere mit ihren Bewohnern sterben, wenn die Menschenkinder nicht anfangen, sofort mit den Verschmutzungen aufzuhören. Jeder Einzelne von euch Erdenkindern kann etwas tun. Überlege es dir selbst, was Du für Dich und unserem Planeten tun kannst. Damit er wieder zu einem Paradies wird, der seine Harmonie, den Frieden und Heilung hinaus senden kann – in die kosmische Welt.“
Und wie geht es denn den Rettungskräften, Rudith und Rudi?
Die beiden Freunde waren sehr, sehr müde, nachdem all die Arbeit getan war. Sie legten sich einfach in eine Blumenwiese, kuschelten sich aneinander und schliefen sofort ein. So müde waren sie.
Rucki und Zucki ihre beiden Krafttier-Drachen, die deshalb so heißen, weil sie Rucki-Zucki immer alles sofort erledigten, trugen auf ihren Rücken, die beiden schlafenden Freunde wieder nach Hause. Sie schliefen so fest, dass sie überhaupt nix mitbekamen, als ihre Krafttiere sie in ihr Bett zurückbrachten. Rucki und Zucki blieben noch eine ganze Weile und schauten ihnen beim Schlafen zu. Die beiden Freunde durften ausnahmsweise mal wieder zusammen in einem Bett schlafen. Normalerweise hat jeder von den ihnen, seine eigene Wohnung und Familie. Am nächsten Morgen weckten die Kinder sie mit großem Gebrüll auf. Im ersten Moment wussten sie nicht, wo sie sich befanden.
„Ach, wir sind wieder Daheim. Hey Rudi, was machst denn du in meinem Bett?“ Dabei boxte sie ihren Freund kräftig, in die Seite. Schon flogen die Kissen um ihre Köpfe herum. Die Kinder hatten längst entdeckt, dass Mama Rudith und Onkel Rudi, mal wieder in der Nacht unterwegs waren.
Die beiden Lebenspartner von Rudith und Rudi, haben während der Kissenschlacht, das Frühstück gemacht und deckten den Tisch auf der Terrasse. Die Freunde wohnten in einem Doppelhaus nebeneinander und konnten sich jederzeit sehen.
Während sie alle zusammen am Frühstücken saßen, sahen sie am Himmel eine riesige Wolke vorbei ziehen. Es sah aus, als seien dort zwei Drachen, die mit ihren riesigen Drachenschwänzen Aufwiedersehn winkten.
Und ich Alissja, sage euch jetzt auch „Auf-Wieder-Sehen“ im schönen Regenbogental der Anderswelt.
