Regenbogenbrücke

Abenteuer an der Regenbogenbrücke
Gestern hat mich die Lehrerin Frau Sonnenblume, zu einer Wanderung eingeladen. Sie sagte zu mir: „Hallo Alisa, meine Klasse 3a und ich gestalten einen Ausflugstag. Hättest du Lust mitzuwandern? Wir laden deine Freundin Mere dazu ein.“ – „ wow, wohin führt euch denn der Tag?“ – „Ich hab gelesen, dass es bei den großen alten Bäumen, beim Schloss immer so ein schöner Regenbogen zu sehen ist. Und der Bergwald verbirgt ein uraltes Geheimnis. Es heißt: Dort haben einst Zwerge gelebt die in einer Goldmine gearbeitet haben“.
Ich habe mich mit meiner Freundin Mere, um 10 Uhr verabredet! In der alten Burg wohnt Gottlieb Sonnenschein. Er freut sich sicher, uns wieder zu sehen.
Die Schüler und ihre Lehrerin waren rechtzeitig am Schloss und bekamen vom Schlossherrn, eine kleine Brotzeit. Gottlieb erzählte den Kindern Geschichten vom Bergwald, von Herrn Armut und dem Zwerg Goldrausch. So verging die Zeit wie im Flug.
Der Weg führt uns zu den zwei uralten Bäumen, die aussehen wie ein riesiges Tor.
„Die Leute erzählen sich, das hier der Eingang zum Regenbogenland ist und dass ihr beide schon drüben wart. Stimmt das?!“ – „Ja! Ich bitte jetzt die Rogenbogenkönigin, um Einlass“.
Die Kinder schrien alle wild durcheinander: „Jaaa! Zum Regenbogen – Regenbogen“! Und sprangen vor Freude herum.
Mere und ich schauten uns an und nickten. Durch die telepathische Verbindung zur Königlichen Hoheit des Regenbogenlandes fragten wir, ob heute der richtige Zeitpunkt ist, die Anderswelt zu besuchen.
Die Antwort der Regenbogenkönigin lautet: JA! Die Kinder jubelten. Welch ein Abenteuer! Das hat bisher keiner von ihren Freunden und Geschwistern erlebt. So packten wir die Reste von unserer Brotzeit und alle leeren Papiertüten und Flaschen wieder in die Rucksäcke.
Die Waldtiere und die Vögel beobachteten uns. Mere und ich standen unter dem Baum-Torbogen, riefen die Torwächter und baten um Einlass in das Reich der Regenbogenkönigin. Die beiden Sternentorhüter hatten durch die Königin Bescheid bekommen, sie ließen uns ungehindert, hinein in das Regenbogenland.
Der Weg führte uns an einem Bach vorbei. Bachforellen sprangen heraus und fingen sich Mücken. Tausend Insekten tanzten in der Luft und feierten ein Mückenfest im Sonnenlicht. Im Bach lagen viele Kieselsteine. Das fließende Gewässer plätscherte lustig über die Steinchen hinweg und sang seine Melodie. Mere sagte zu den Kindern: „Hört mal dem Geräusch des Baches zu! Das gurgelnde Wasser klingt wie Musik. Die Steinchen werden mit dem Wasser fortgetragen und singen leise mit dem sprudelnden Fluss. Das ist das Lied des Baches.“
Wie wir vom Bergwald hinaus marschierten, zeigte sich in der Ferne ein riesiger Regenbogen. Die Kinder liefen über eine Margeritenblumenwiese, direkt auf in zu. Dort wo er die Erde berührte, waren viele kleine Kinder, die sich darum rangelten, wer am schnellsten oben, auf dem Höhepunkt der Regenbogenbrücke war.
Die Klasse 3a konnten es nicht mehr erwarten, mit diesen Kindern zu spielen. Sie rannten um die Wette, um dann überrascht vor der Regenbogenbrücke stehen zu bleiben. Die Kinder, die dort spielten, wurden in Blumen verwandelt, und ließen ihre Köpfchen hängen.
Nanu? Was war denn hier passiert?
Fragend sahen wir uns alle an. Ein Blumenköpfchen schien sich zu bewegen und ein bisserl zu uns herüberzuschauen. Ich meinte Tränen auf dem Blumengsichterl zu sehen. Weinte es?
Vorsichtig tastete ich mich zu ihm hin, und hob sacht das kleine Kopferl hoch. „Was ist denn mit dir geschehen?“, fragte ich. Das Margeritlein zitterte vor Angst. Es schaute zu uns auf, sodass wir in seine Augen sehen konnten. Mere und ich waren vor längerer Zeit mit dem Zwerg Goldrausch hier und dabei hatten wir viele Blumenkinder kennengelernt. Das Margeritenkind erzählte mit leiser Stimme, was passiert war:
„Vor langer Zeit hat hier ein dunkler Zauberer sein Unwesen getrieben. Er hat einen Fluch ausgesprochen und die Regenbogenwiese verhext. Heute ist der Jahrestag von dem schrecklichen Ereignis.“
Vor vielen Hundertjahren passierte es dann zum ersten Mal.
Fünf Dorfkindern hüpften hier beim Regenbogen herum und neckten sich gegenseitig mit ihren „Hexenkünsten“ und spielten „Stöckchen verschwinden lassen“. Ein Kind imitierte einen Zauberer der mit einem verbogenem Zweig, das Hölzchen berührte und es in einen Stein verzauberte.
Seit dieser Zeit, werden alle Kinder die zum Regenbogen kommen, augenblicklich zu Steinfiguren verhext.
Doch die Regenbogenköniginnen, milderten den Zauberspruch ab. Die zu Stein verwandelten Kinder wurden zu Blumenkindern. Zum Frühlingsbeginn, löst sich der böse Zauber für 24 Stunden auf. Nur während dieser Zeitspanne und zum Jahrestag der Verwünschung, konnte dieser üble Hexenspruch endgültig erlöst werden. Die Blumenkinder, die jetzt an der Regenbogenbrücke gespielt hatten, sind traurig, dass es wieder so weit war und Kinder verwünscht werden sollten.
„Aber warum hat uns die Königin denn erlaubt, hierher zu kommen, wenn es so gefährlich ist?“, fragte die Lehrerin verärgert! Die Rosenkönigin und ihre Schwester, erschienen auf ihrem Regenbogen.
„Lasst uns erklären, warum wir euch erlaubten, hier zu sein. Heute ist der Jahrtausendtag, der Erlösung. Nur an diesem Tag kann es geschehen. Deshalb seid ihr hier! Und wenn es NICHT gelingt, dann dauert es noch mal Tausend Jahre und immer so weiter. Jetzt zu Frühlingsbeginn stehen die Gestirne zu unserem allerhöchsten Wohle und in der besten Position.
Auf Tausendjahre wurde die Zauberkraft angelegt. Wenn wir heute die Verwünschung auflösen, wird alles gut! In diesen 24 Stunden stehen die Sterne genau in derselben Konstellation wie damals, als die Verwünschung ausgesprochen wurde!
Aber nur mit eurer Hilfe wird sich der Zauberspruch auflösen! Seid ihr bereit dazu, dem Regenbogenland zu helfen? Genau zu diesem Zeitpunkt vor tausend Jahren wurden mit dieser Zauberei auch fast alle Zwerge vernichtet. Nur die Familie, die jetzt mit dem Zwerg Goldrausch zusammenlebt, wurde rechtzeitig in das Schloss der Königinnen geholt. Sonst wären, alle Zwerge weg. Gottlieb Sonnenschein geriet ebenfalls in diesen Zauberspruch hinein und wurde zum geldgierigen Herrn Armut. Wollt ihr uns heute helfen?“
„Jaa! Ja – wir wollen das Regenbogenland und alle, die hier leben, retten.“
Im selben Moment rannte Gottlieb Sonnenschein aus dem Wald heraus. Außer Atem kam er zu uns und erzählte: Er hatte einen furchtbaren Traum, in dem das Regenbogenland in einen tausendjährigen Schlaf gefallen sei.
Wir waren etwas überrascht, und doch ist es so, dass nichts nur einfach so geschieht. Zurückblickend waren wir alle zum richtigen Zeitpunkt am rechten Ort. Mere und ich kamen rechtzeitig bei Herrn Armut an, der versuchte den Zwerg Goldrausch zu töten. Unser kleiner Freund durfte ins Regenbogenland zurückkehren und fand dort seine neue Familie. Herr Armut wurde vom Zwerg bestraft, und durch die Gnade unserer lieben Rosenkönigin aus seiner Verzauberung erlöst.
Als Gottlieb Sonnenschein führt er endlich ein gutes Leben. So ist es kein Wunder, dass wir alle hier zusammen sind, die Blumenkinder zu retten.
Auch Zwerg Goldrausch wurde mit seiner Familie auf seltsame Weise hierher geführt, um zur rechten Zeit, an der Brücke zu sein. Wir bildeten einen großen Kreis und besprachen, was zu tun ist und wie wir helfen konnten.
Es war allen klar, in der Energieschwingung mussten wir einig sein, denn nur in einer großen Gemeinschaft sind wir erfolgreich. Meri und ich nahmen mit unseren Seelen Kontakt auf. Wir wussten, nur mit der Hilfe einer hohen Energieschwingung wurde der böse Zauber erlöst.
Wir sahen wieder zur Gruppe, fassten uns an den Händen und erzeugten so einen Energiekreis. Groß und Klein wurden somit zu einer Einheit! Die Kinder, die Erwachsenen, die Zwergenfamilie. Die Vögel und die Tiere, die hier im Tal wohnten, bildeten einen Schutzkreis außen um uns herum.
Mere sagte: „Wenn wir gemeinsam singen, gleichen sich unsere Energie aneinander an. Dadurch werden wir immer kraftvoller, in unserem Sein.“
Mere stimmte ein Kinderlied an, das alle kannten. Wir mussten die Kinder dort „abholen“, wo sie in ihrem kindlichen Gemüt waren. So finden die Kinder gut in ihr Selbstvertrauen. Auf diese Weise kamen wir uns immer näher. Wir baten die Kinder, selbst ein Lied, das sie gerne hatten, zu singen. Wir Erwachsenen ließen den Kindern freie Wahl, auch die Zwergenfamilie und deren Kinder sangen kräftig mit. Die Vögel zwitscherten ihren Rhythmus, die Tiere versuchten mit uns mitzuhalten. Und schön langsam kamen wir in eine wunderbare Schwingung der Einheit. Mere, Gottfried und ich bemerkten, wie sich die Energien immer kraftvoller anfühlten.
Das Singen brachte die kleine Schar und ihre Lehrerin immer mehr in ihre Seelenkraft. Wir beobachteten die Umgebung. Der Regenbogen wurde in seiner Farbe immer kraftvoller. Das zeigte uns, dass der böse Zauber schwächer wurde. Mere und ich hatten Bedenken, dass der böse Zauberer bemerkt, was wir hier vorhaben. Beide Königinnen spürten, dass wir unsicher wurden, wir konzentrieren uns nicht mehr so gut. Mit ihren Aura-Energiebällchen, die sie in unseren Kreis warfen, bauten sie einen großen Schutzraum um uns herum auf. Sofort waren wir wieder in der Seelenkraft.
Die Einheitsenergie begann, immer mehr zu wachsen, und sich ausdehnen. Wir ermunterten die Kinder, auf ihre innere Stimme zu hören und ihre Lieder zu singen. Denn es kam auf die Kinderenergie an. Wir brauchten keine Bedenken mehr zu haben. Die Königinnen gaben uns durch ihre Blicke zu verstehen, dass wir bald am Höhepunkt der Brücke oben waren.
Durch unseren gemeinsamen Gesang wurden wir alle zum höchsten Punkt des Regenbogens emporgehoben. Dort waren wir in vollkommener Sicherheit. Die Kinder sangen kraftvoll ihre Seelenlieder. Ich weiß nicht, wie dieses Wunder zu beschreiben ist, so schön hörte sich das an. Die Kinderstimmen wurden in ihren Tönen immer heller und lichtvoller. Wie Engelschöre sangen sie. Das gesamte Regenbogental sang mit den Kindern mit.
Mere stieß mich leicht mit ihren Ellenbogen an und deutete nach unten, wo die verzauberten Blumenkinder standen. Eines nach dem anderen verwandelte sich in ein Menschenkind. Über die Jahrhunderte hinweg waren so viele Kinder hier ins Regenbogenland gekommen, und alle waren sie von der Verwünschung eingefangen worden.
Die Tränen der Erleichterung und der Freude liefen uns über die Wangen.
Alle Kinder bei denen die Verzauberung abfiel, stiegen die Brücke empor und sangen mit, so lange bis jedes Kind befreit war.
Der böse Zauber war vorbei! Wie eine Rakete düste der Hexenmeister davon und auf Nimmerwiedersehen, verschwand er aus dem Reich der Königinnen. Sein zorniges Gebrüll hallte durch die ganze Anderswelt.
Die Energieschwingung im Tal war so hoch, dass die Engelwesen, Elfen und Devas für uns Menschen sichtbar wurden. Die Königinnen lächelten uns zu. Sie hoben ihre Hände und ließen die kraftvollstrahlenden Regenbogenfarben in das Tal fließen. Es erstrahlte zu neuem Leben.
Die strahlende Kraft und Klarheit reinigte das Königreich von allen angstvollen Gedanken, die noch herumschwirrten. Bald kehrte die harmonische Schwingung vollkommen zurück.
Wir rutschten den Regenbogen hinunter und feierten ein großes Fest miteinander. Viele Obstkörbe und Nektargetränke wurden gereicht, um uns für die Heimreise zu stärken. Denn Singen macht hungrig und durstig. Nach dem köstlichen Mahl waren alle so müde, dass wir uns auf der Wiese unterm Regenbogen hinlegten und sofort einschliefen.
Als wir ausgeschlafen hatten, befanden wir uns wieder an den alten Bäumen beim Schloss. Die Eltern der Klasse 3a holten ihre Kinder ab und alle erzählten, von einem wunderbaren gemeinsamen Erlebnis, das wir geträumt hatten? Nein! Die Eltern der Kinder glaubten, dass Abenteuer, das die Kinder erzählten, wäre ein Traum. Doch können alle Kinder zur selben Zeit das gleiche Träumen? Was meinst Du?
Was geschah weiter mit den geretteten Blumenkindern im Regenbogenland? Sie durften dortbleiben, denn ihre Eltern lebten schon lange nicht mehr und so wären die Kinder alleine im Menschenland.
Dies ist eine Geschichte von der Traumfee Alissja, geschrieben von Barbara
