Seepferdchen

Nixe und Seepferdchen

Delfine retten Seepferdchen

Delsiri-Us und Delfti-An sind Meeresbewohner und kommen von Sirius. Das ist der hellste Fixstern im Sternbild „Großer Hund“.
Sie sind hier auf der Erde zu Besuch. Alle Meeresbewohner lieben diese beiden Delfine, denn sie sind immer lustig und zu Späßen aufgelegt. Die Wale sind ihre Geschwister, sie kommen ebenfalls vom Sirius. Mit den Seepferdchen verbindet die beiden eine ganz besondere Freundschaft.
Seepferdchen lieben es, im Meer zu tanzen.
Hippocampus heißt das Seepferdchen und es lebt gerne im warmen Meer. Seepferdchen leben schon lange auf der Erde. Sie kommen ursprünglich von den Sternen. Orion ist ihre Heimat. Die Seepferdchen sind hier auf der Erde, um die Leichtigkeit und Freude zu bringen.
Mama und Papa-Seepferdchen haben gerade ihre Kinderstube sauber gemacht, Papa-Seepferdchen macht sich bereit, seine Kinderlein in das warme Meer zu gebären. Bei der Seepferdchenfamilie ist große Aufregung. Denn gleich kommen Tausende kleiner Wesen auf die Meereswelt.
Alle Verwandten von Mama und Papa-Seepferdchen sind anwesend und begrüßen die kleinen Nichten und Neffen. Nun heißt es aufpassen, denn die kleinen Seepferdchen sind fast durchsichtig, wenn sie geboren werden. Die Delfine sind ihre Leibwächter, damit der Seepferdchenschar nichts passiert.
Delsiri-Us und Delfti-An sind die besten Beschützer, die man sich wünschen kann. Mit ihrem großen Delfinmaul saugen sie die kleinen Ausreißer auf und bringen sie zu dem Seepferdchen-Kindergarten zurück.
Die große Welt im Ozean ist noch viel zu gefährlich für die kleinen Hippos der Meere, und sie könnten aufgefressen werden. Die Eltern der Hippos-Kinder sind immer auf der Hut und schauen, dass ihr Nachwuchs nicht verloren geht.
Und wie es so ist, kann man die Seepferdchen-Kinder nicht alle zusammen einsperren, denn im Meer gibt es keine Türen, die man einfach schließen könnte. Und so kommt es vor, dass ein paar von den Kleinen auf Entdeckungsreise gehen und Abenteuer erleben.

Hurli und Zwurli, die Seepferdchen-Abenteuer

Traumfee-Alissja meldete sich gestern bei mir, in meiner Schreibstube: „Es wird Zeit, dass du endlich wieder eine Geschichte schreibst. Die Geschichte von den kleinen Seepferdchen Hurli und Zwurli und ihren Freunden Delfti-An und Delsiri-Us. Hast du jetzt Zeit“?
„Liebe Alissja, das ist jetzt sehr ungünstig! Weißt du, unsere Enkelkinder kommen bald und dann ist keine Ruhe mehr im Haus. Remmidämmi ist dann angesagt. Vielleicht klappt es ja, erzähl mal.“
„Also gut, dann pass auf, höre zu und schreibe.“
Meine Traumfee Alissja mir ihre neueste Geschichte.
Die zwei jüngsten Seepferdchen, Hurli und Zwurli, vom Seepferdchenmeer, sind nicht zu bändigen. Delfti-An und Delsiri-Us können die beiden kaum mehr zurückhalten in ihrem Entdeckungsdrang. Sie hüpfen und springen, wie es alle jungen Pferdchen in ihrer neu erwachten Lebensfreude so tun. Dabei verstecken sie sich zwischen den Korallenzweigen, und die Delfine sollen sie suchen.

Von irgendwoher sind leise Wellentöne zu hören. Vor Neugier getrieben, passen die beiden nicht auf und werden von den wellenartigen Tönen, immer weiter vom Seepferdchen-Kindergarten weggetragen. Ihre Freunde, die Delfine, helfen immer gerne beim Hippos hüten. Doch heute sind die Freunde in der Delfinschule beim Unterricht, um ihre Delfinlektionen zu üben.

Soeben kommt eine riesige Wellenmusik um einen Felsenvorsprung herum, als es Hurli und Zwurli voll erwischt. Sie versuchen sich noch schnell mit ihren Seepferd-Schwänzchen an einem Korallenzweig festzuhalten. Es war zu spät – sssst – machte es und fort waren sie. Mitgerissen vom großen Strom der Welle.

Sssssst und wschschsch, plitsch-platsch-watsch. Die beiden kleinen Freunde drehte es viele Male um sich selbst herum. Luftblasen, die durch die Wellenmusik entstanden sind, machen sie so dammisch, dass sie nicht mehr wussten, wo oben und unten ist. Sie wurden weit, weit fortgetragen.

Die Seepferdcheneltern mussten mit ansehen, wie zwei ihrer kleinen Hippos weggespült werden und im Schaum der Wellenmusik verschwanden. In ihrer großen Not riefen sie die Delfine um Hilfe. Während Hurli und Zwurli in der Wellenmusik hin- und hergerissen und immer weiter von ihrem Zuhause weggetragen wurden, kamen Delsiri-Us und Delfti-An, bei der Hippofamilie an. Dort war die Aufregung riesig.

„Was ist denn eine Wellenmusik“, denkst du dir wahrscheinlich, genauso wie ich. „Das hab ich ja noch nie gehört“. Wellenmusik ist das Rauschen der Wellenbewegung, sagen mir gerade die Delfine. Es gibt dabei hohe und tiefe Töne, kreisende und saugende, wie wenn du mit leicht geöffneten Lippen, Luft einsaugst. Wenn du mal am Meer oder einem größeren See bist, sagen sie, kannst du dich auf das Wellenrauschen konzentrieren und genau hinhören, welche verschiedenen Tonarten so ein Wellenrauschen hervorbringt. Es ist, wie wenn ihr Menschen mit vielen Instrumenten Musik macht. Dann ertönt ein Orchester.

Genauso ist es hier im Meer. Durch die vielen Strömungen, Felsen, Spalten, Höhen und Tiefen und den Gesängen der Wale und Delfine, entsteht hier im Meer ein Zusammenspiel verschiedener Töne. Das ist dann ein Wellen-Orchester. Die Musik, die sehr berauschend für die Bewohner des Meeres wirkt, ist gefährlich für die kleinen Hippos und andere Bewohner des Ozeans. Sie verlieren dadurch sehr schnell ihre Orientierung und wissen nicht mehr, wo sie sind.

Genau das war passiert. Delfti-An und Delsiri-Us erzählen mir gerade, was sie im Meer beobachten und erleben. Mit der delfinischen Echoortung ihres Gehirnes verfolgen sie den Weg der Wellenmusikbewegung. Die kleinen Hippos können sie nicht orten, in diesem Wellenmusikgewirr. Aber sie folgen der großen Welle und können so den kleinen Seepferdchen hinterher sausen. Das ist heute überhaupt nicht leicht, weil das gesamte Meer in Aufruhr ist.

Im Ozean der Meere gibt es gerade ein riesiges Wassergeplantsche. Die Wale sind da und treiben kleinere Fische mit viel Getöse und Wasserluftblasen zu einer großen Masse zusammen. Die Wale haben großen Hunger und helfen sich gegenseitig bei der Nahrungssuche. In Kreisen schwimmend, blasen sie viel Luft ins Wasser. Das sieht aus, wie ein Wasserluftblasen-Aufzug.

Oje, oje! Mir ahnt Schlimmes! Hoffentlich sind die kleinen Hippos nicht in dieser Wasserstrudel-Luftballon-Säule drin. Uiuiuiui! Lassen wir die Delfine weiter erzählen, was passiert. Sie senden mir ihre Bilder wie in einem Film.

Im Meer ist großes Tohuwabohu. Die Delfine haben Schwierigkeiten, sich richtig zu orten, um nicht selbst von dem Sog mitgerissen zu werden. Die berauschende Musik der Wellen ist irre laut. Delfti-An und Delsiri-Us holen ihre Delfinfamilie, zu Hilfe. Sie senden ihre Zungenklicklaute in alle Richtungen der Meere aus, und flugs kommen sie alle, um zu helfen. Die Delfine bilden einen stehenden Kreis um die Wale herum, und versuchen das Meer damit zu beruhigen. Die Wale bemerken die Delfine und ihre stehende Delfinformation um sich herum. Dies ist eine Botschaft an die großen Meeressäuger, sofort mit ihrer wirbelnden Nahrungssuche aufzuhören.

Der älteste Wal und Anführer Wuugly, fragt Delsiri-Us und Delfti-An, was denn los ist, und warum sie aufhören sollen, sich ihre Nahrung zu holen. Die beiden Delfin-Freunde erklären ihm, dass die kleinen Hippos wahrscheinlich mit der Wellenmusik in die Nahrung der Wale geraten sind. „Das wird schwierig“, meint der Wal, „schaut euch das Getummle doch an, wie wollt ihr da die Kleinen herausfinden? Das ist unmöglich.“
Unmöglich? Nicht für die Delfine.
„Wenn das Wasser sich beruhigt und keine Wellenmusik mehr gemacht wird, können wir Delfine mit unserer Echoortung die Beiden aufspüren und aus den Tausenden von kleinen Fischen heraus lotsen.“ Sagen die beiden Delfin-Freunde zum Wal.
„Na dann versucht mal euer Glück!“ meint Wuugly. Er gab einen tiefen Ton von sich, der die anderen Wale zum Anhalten brachte. Sie blieben aufrecht im Wasser stehen, ebenso wie die Delfine. Sie bilden stehend einen Kreis und bringen so das Wasser vollkommen zur Ruhe. Nur noch leichte Wellenbewegungen sind jetzt da. Die kleinen Fische flitzen geschwind aus dem Kreis der Wale, um ihr Leben zu retten.

Wal Wuugly und Delfine

Gleichzeitig senden die Delfine ihre Ortungssignale aus und mit hellen Tönen und Klicklauten rufen sie nach Hurli und Zwurli. Sie teilen ihnen mit, sie sollen im Kreis der Wale bleiben. Nur hier können sie sicher vor anderen Räubern sein. Die beiden kleinen Ausreißer kommen langsam wieder zur Besinnung und wundern sich, wo die riesigen Fische, die sie noch nie in ihren kurzen Leben gesehen haben, herkommen.

Delfti-An erklärt ihnen, dass die riesigen Fische Wale sind, die hier im Ozean wohnen, und kleine Fische als Nahrung suchen. Und dass sie beide fast im riesigen Maul vom Wal Wuugly, verschwunden währen. Hurli und Zwurli, wird es schlecht bei den Gedanken im riesigen Maul, mit all den anderen kleinen Fischen zu verschwinden. Sie zittern wie kleine Korallenzweige im Sturm des Meeres. Sie wollen jetzt nur noch nach Hause zu ihrer Familie. Delfti-An öffnet ihr Maul und lässt die beiden Hippos unter ihrer Zunge sich verstecken. Ich hab euch noch gar nicht erzählt, dass Delfti-An ein Delfinweibchen, und Delsiri-Us ein Männchen ist. Die beiden sind beste Freunde und auch noch „jugendliche Delfine“. Sie wachsen in einer Delfinschule auf und dürfen die kleinen Hippos hüten.
Mit neugierigen Augen schauten die beiden Seepferdchen aus dem Maul ihrer Retterin heraus und konnten sich nicht sattsehen, von den vielen bunten Korallen und anderen Meeresbewohnern. Viele kleine Fische wohnen im Korallenriff.
Sie sind so weit weg von zu Hause, und doch fühlen sie sich hier sehr wohl, in dieser warmen Maulstube unter der Zunge, die sie manchmal kitzelt und lustige Töne hervorbringt. Hurli und Zwurli haben ihren Schock schon vergessen, so lustig ist es mit den beiden Delfinen. Sie tanzen über die Meereswellen, an der Wasser-Oberfläche auf ihren Schwänzen dahin. Die Sonne scheint und der Himmel ist so schön Blau wie das Meer.

Sie tauchen wieder hinein in das Blau des Ozeans, nach Hause zu Mama und Papa Seepferdchen und all ihren Geschwistern und Freunden. Hui, die werden staunen, was wir alles zu erzählen haben, sagen sich die beiden. Aber wir haben auch sehr viel gelernt, nie mehr so weit weg, von Mama und Papa, und dieser blöden Musik hinterher hüpfen. Überhaupt bleiben wir jetzt daheim!
Aber was machen wir, wenn es uns wieder so langweilig ist?
Dann, sagen die Delfin-Freunde, ruft ihr uns, und wir unternehmen zusammen eine Meeresreise. Unter unserer Zunge könnt ihr euch verstecken und doch viel sehen, und es passiert euch nix. Und dann reisen wir ganz weit weg, beobachten, wie die Wale ihre Nahrung zusammen treiben und ihr könnt sehen, warum ihr in diesen Wasserstrudel geraten seid. Dann habt ihr auch was gelernt von eurem Ausflug und es passiert euch nix mehr.
Zu Hause angekommen war die Freude riesengroß, die kleinen Hippos wurden liebevoll von ihren Eltern aufgenommen. Sie mussten alles erzählen, viele, viele Male, weil die Familie sehr groß ist. Und alle wollten hören, wie die große weite Meereswelt aussieht und wie gefährlich das ist, dort draußen. Natürlich wollten jetzt alle mit Delfti-An und Delsiri-Us im Maul auf Reisen gehen. Das große Meer und den Ozean anschauen, die Sonne und den Himmel sehen.
Puh!
Das war jetzt echt knapp. Gerade noch rechtzeitig mit dem Tippen fertig geworden, schon beginnt der Remmidämmi um mich herum. Die Türen fliegen auf und ein großes Hallo fliegt mir um die Ohren.
„Hallo OMA!!! Wir sind jetzt daha“! – „Das ist ja nicht zu überhören, ihr Rasselbande. Na dann kommt mal her und lasst euch die Geschichte vorlesen, die ich grad geschrieben hab.
Mögt ihr dazu Kakao, Kuchen oder Eis?“ Alle schrien gleichzeitig Eisschokolade und Kuchen, OMA!

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