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4. Teil von Meri und Alisa im Regenbogenland

Als unsere beiden Freundinnen beim Schloss vom Herrn Armut vorbei gingen, erhielten sie telepatisch einen Gedanken von der Feenkönigin Rosa-Linde. Sie sollten in das Schloss gehen und mit Herrn Armut reden. Der arme Mann hat so sehr um Verzeihung gebeten, dass die Regenbogen-Königin ihr Herz für den Riesen öffnete. Sie trägt soviel Liebe, Verständnis und Vergebung in ihren Herzen, das es auch für so einen Bösewicht reicht.

Meri und Alisa gingen zum Schloss bei der alten Linde. Die Linde ließ mit dem Wind ihre heilenden Düfte in die Richtung zum Schloss des Riesen wehen. Die Fenster waren weit geöffnet und der Wind trug die frische Luft hinein.

Alisa und Meri klopften mit dem großen Türklopfer an das Schlosstor und der Hausherr öffnete selbst. Er sah zum Herzerweichen aus. Aus dem kraftvollen Mann war ein alter schwächlicher Greis geworden, der gebückt vor ihnen stand. Auf einen Stock gestützt um Jahre gealtert, mit weißem Haar und einen Bart, der ungepflegt und rußgeschwärzt im Gesicht stand. Herr Armut büßte für alles was er den Menschen und Goldrausch angetan hatte.

Er hatte keine ruhige Minute mehr. Der Russ und die Steinkohle in seinem Tresor, der früher Geld und Gold aufbewahrte, hatten sein Leben vollkommen verändert. Jede einzelne Steinkohle die er zu seinen Ofen trug, war so schwer an Gewicht, wie das Leid, dass er den Menschen angetan hatte. Zwerg Goldrausch hatte ihm das Fürchten gelehrt.

Die Rosenkönigin vom Regenbogenland hatte dafür gesorgt, dass er keine ruhige Minute mehr hatte. Sein schlechtes Gewissen drückte ihm die Luft zum Atmen ab. Mit jedem Schritt den er durch sein Reich ging, zog er die schweren Lasten der Betrügereien und Diebstähle hinter sich her. So konnte er nicht mehr weiter leben.

In Gedanken bat Herr Armut viele male die Rosenkönigin und den Zwerg um Vergebung und Verzeihung. Er würde alles wieder gut machen, auch wenn er nicht weiß wie das gehen soll, aber er war dazu bereit. Er würde allen Menschen die er betrogen hatte, ihr Geld mit Zins und Zinses Zins zurückgeben und fortan allen Menschen helfen, die Hilfe brauchten. Das schwor er bei seiner Seele.

So erzählte er Meri und Alisa was er alles in seinem Leben angestellt hatte. Und die Tränen der bitteren Erkenntnis flossen aus seinen Augen über seine Wangen und Hände. Die Tränen rannen wie Wasserfälle und wuschen sein Gesicht, seine Hände und seine Seele wieder sauber und rein. Seine Augen die schon ganz trüb waren, bekamen wieder einen klaren Blick.

Die Sonne schickte ihre Strahlen durch die geöffneten Fenster. Herr Armut erkannte wie es zu alldem kam. Zuerst wollte er nur Aufmerksamkeit und Anerkennung. Dann wurde daraus die Gier nach Anerkennung und Lob und mit der Zeit geizte er nur noch darum, der Reichste auf der Welt zu sein. Die Menschen wollten seine Freundschaft nur noch, weil er so viel Geld hatte. Seine besten Freunde und die Familie hatten ihn verlassen. So wurde er zum einsamsten Mann in diesem Land. Erst durch Goldrausch erkannte er, wie einsam er war und dadurch wurde er noch böser.

Seine Tränen flossen in wahren Sturzbächen aus seinen Augen heraus und wuschen alles Übel von seinem MenschSein ab. Die beiden Heilerinnen, die von der Königin Rosa-Linde noch mehr Heilkunst mitgebracht hatten, konnten seine Seele aus ihrem Gefängnis befreien. Es wurde ihm so leicht ums Herz, dass er lachen musste. Er hatte noch nie in seinem Leben so frei und unbeschwert lachen können. So glücklich über seine Befreiung von all seinen Lasten, tanzte er mit Meri und Alisa durch sein Schloss, in den Schlossgarten hinaus. Er trällerte ein Lied nach dem anderen. Die Vögel die seinem Schlosspark mieden, wurden neugierig, was denn hier so lustig war. Die Waldtiere erkannten die beiden Frauen wieder, und so kamen sie alle wieder in den Schlosspark zurück, der einmal ihre Heimat war.

Aus der Sonne kam ein riesiger Regenbogen und ließen alles ihm neuen Licht erstrahlen. Nun erkannte Herr Armut was er in all den Jahren seiner Finsternis versäumt hatte und musste nochmals heftig weinen, so kam der letzte Rest an verborgenen Traurigkeiten und Ängsten aus ihm heraus, wurden weggewaschen.

Herr Armut wurde zu einem schönen kraftvollen Mann, mit strahlenden Augen. Wie neu geboren stand er in seinem Schlossgarten und freute sich über seine Heilung und Erlösung. Seine Seele strahlte mit seinen Augen um die Wette. Er sah die wunderschönen Rosenranken und Efeu die sich wie von Zauberhand in seinem Park ausbreiteten. Die Devas waren zurückgekehrt. Scheu aber neugierig kamen sie alle zurück. So begann ein neues Leben am Sternentor der alten Linde und dem Zauberschloss, mit seinem wunderschönen Schlosspark, mit vielen Tieren, allen Vögeln, Bienenvölkern und Hummelreiche.

Unsere Meri die genauso groß war wie der Riese, schaute in die Augen vom Schlossbesitzer und erkannte darin ihren Seelenfreund, den sie vor langer, langer Zeit an die Finsternis verloren hatte. Eine große Liebe verband die beiden seit ewigen Zeiten. Sie haben sich wieder erkannt, und reichten sich die Hände. Sie gingen gemeinsam durch den Park. Ein ganz besonderer Lichtschein umhüllte die beiden. Alisa lächelte und sah ihnen nach. Sie freute sich, dass ihre liebste Freundin, ihren Seelenfreund Gottlieb wieder gefunden hatte und ihn vor der Finsternis befreien konnte.

Meredivinia und ihr Seelenfreund Gottlieb hatten sich wieder gefunden. Und Herr Armut wurde zum Sternentorhüter ernannt – der er im früheren Leben auch schon war. Seinen alten Namen „Armut“ brauchte er nun nicht mehr! Er hieß nun wieder Gottlieb Sonnenschein!

Er brauchte nun kein Geld mehr – auch kein Gold! Suchte nie mehr nach Anerkennung! Denn er trug den größten Reichtum überhaupt in seinem Herzen! Die Liebe!

Gottlieb Sonnenschein lebte glücklich und zufrieden in seinem Schloss mit den wunderschönen Schlosspark. Und alle Tiere des Waldes kamen zu ihm und schauten sogar durch die Fenster in das Schloss hinein. Und wenn sich mal ein Waldtier verletzt hatte, kam es sehr gerne zu Gottlieb und lies sich von ihm heilen. Denn seitdem Gottlieb Sonnenschein geheilt wurde, kann er selbst alles heilen! Das war noch ein Geschenk vom Regenbogenland.

Und Meridivinia und Alisaja?

Nun wer weiß, vielleicht begegnen uns Meri und Alisa, in irgendeiner anderen Geschichte ja mal wieder. So sagen die beiden jetzt Aufwiedersehen …. Bis zum nächsten Mal.

Und sie sagen auch noch, fühle immer in dein Herz hinein, ob du das was du vorhast zu tun, auch deiner Seele gefällt!

Gute Nacht mein Schatz und schlaf gut und träume von deinem Traumland eine Geschichte.