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1. Goldrausch in Lebensgefahr

Vor nicht allzu langer Zeit, wurde mir diese Geschichte von der Traumfee Alissja erzählt. Sie berichtet von einem Zwerg namens Goldrausch, der eine Goldmine besitzt.

Seit mehr als 7 Zwergengenerationen gehört die Goldader seiner Familie. Es war ein Geschenk von der Königin des Regenbogenlandes. Goldrausch wurde von einem Menschen, der sehr geldgierig war, betrogen. Der geldgierige Mensch, sein Name war Herr Armut, hatte von einem Zwergen-Goldschatz gehört und den wollte er unbedingt haben. Dazu hatte er den ganzen Bergwald mit dem kleinen Schlösschen gekauft. Nun gehörte ihm alles. Herr Armut suchte stundenlang im Bergwald, nach dem Zwerg und seiner Mine. Eines Tages wurde seine Geduld belohnt. Der Zwerg Goldrausch verschwand gerade mit seiner Schubkarre im Wald. Der Riese versteckte sich und wartete, bis der kleine Mann wieder auftauchte.

Der Zwerg Goldrausch wohnte im Bergwald und ging jeden Morgen mit der Schubkarre in sein Bergwerk, dort holte er sich eine Tagesration Gold, die er zum Leben brauchte. Eines Tages wurde er unvorsichtig! Er hinterließ Goldspuren von der Mine auf dem Weg nach Hause. Schon lange hat unser Zwerg keinen Menschen mehr in seinem Wald gesehen. Er pfiff fröhlich sein Zwergenliedchen vor sich hin, schaute weder rechts noch links, putzte die Räder der Schubkarre nicht mehr sauber, bevor er die Mine verlies. Wer sollte ihn denn schon sehen? Die Menschen haben kein Interesse mehr am Zwergenwald. Kinder hatten keine Zeit mehr, hier zu spielen. Früher, da wollten die Menschen noch Zwerge sehen. Doch heute haben sie ihre eigenen Schätze und brauchten das Gold vom Berg nicht mehr.

Dass es aber Menschen gibt, die immer mehr Geld besitzen wollen, das wusste unser Goldrausch nicht. Niemand hatte ihm je von geldgierigen Menschen erzählt. Nur, das er den Menschen nicht trauen sollte, das hatten ihm die Alten gesagt. Doch leider sind sie alle plötzlich verschwunden und keiner konnte ihm mehr sagen was geschah. Unser Zwerg Goldrausch fühlte sich sehr allein. Seine einzigen Freunde waren die Tiere vom Bergwald, die Vögel und das Bienen- und Hummelvolk.

Und dann kam der Tag wo er sehr unvorsichtig wurde. Vor wem, sollte er sich auch in Achtnehmen? Niemand war zu sehen oder zu hören. Goldrausch hatte Hunger und Durst und war sehr müde. Müde, Einsam und Verlassen fühlte er sich. Plötzlich wurde ihm bewusst, er war der Letzte seiner Familie. Darüber wurde er noch trauriger. Und wenn Zwerge richtig traurig sind, werden sie müde, passen nicht mehr auf, was um sie herum geschieht. Wäre er nicht so mit seinem Leid beschäftigt gewesen, hätte er bemerkt, dass ihn alle Waldtiere, die um ihn herum waren, verlassen hatten. Er machte es sich unter seinem Baum bequem und schlief nach dem Essen sofort ein.

Herr Armut hat ihn schon gesehen. Er sah ihn goldglitzernd des Weges kommen und seine Brotzeit im Schatten der uralten Linde machen. Der böse Herr Armut, beobachtete den kleinen Mann. Der Anblick des schlafenden Zwerges freute den Riesen, denn nun hatte er ein leichtes Spiel. So schlich er sich an unseren ahnungslos, schlafenden Zwerg heran. Er setzte sich in der Nähe hin und schaute sich Goldrausch ganz genau an. Trotz alledem gefiel ihm der kleine Kerl. Die Einsamkeit von ihm, strahlte wohl auch auf Herrn Armut über. Denn plötzlich fühlte er sich auch müde und allein. Er hatte richtig Mitleid mit dem Kleinen. Fast hätte er sein Herz für den Zwergenmann geöffnet. Aber nur fast!

Er betrachtete seine Kleidung und entdeckte dabei den Goldstaub. Sofort erwachte wieder das geldgierige böse Wesen in ihm. Er überlegte sich, wie er Goldrausch überlisten könne. Der Riese Armut war auf der Hut, denn er hatte gehört, dass Zwerge zaubern könnten. Davor hatte er heiligen Respekt! Sie können Menschen zu Stein oder in Mäuse verzaubern. Er glaubte diesen Hokuspokus ja sowieso nicht! Aber! Vorsicht ist immer noch besser als Nachsicht!

So verstellte sich der geldgierige Armut, in einen liebevoll sorgenden Menschen, der dem Kleinen behilflich ist und ihn zudeckte, damit es dem Schlafenden nicht zu kalt wird. Armut’s Herz wollte sich wieder für den kleinen Kerl erwärmen, der wirklich erbärmlich anzusehen war, in seinen zerrissenen Hosen, seinem langen Bart und der Zwergenzipfelmütze. Müde und traurig sah er aus. Der große Kerl fühlte sich nicht mehr wohl in seiner Haut. Je länger er Goldrausch ansah, umso mehr wollte er ihn nach Hause in sein großes Haus tragen, in dem er allein wohnte. Dann wären sie zu zweit, er und der Zwerg. Dieser Gedanke gefiel Herrn Armut immer besser.

Nicht mehr allein sein. Immer nur mit sich selber reden, ist so ziemlich das langweiligste, was man sich denken konnte. Das Essen schmeckt auch Riesen in Gesellschaft viel besser. Sogar wenn er in seinem Tresor sitzt und sein Geld zählt, war er allein. Er konnte seine Freude über den großen Reichtum mit niemand teilen. Kaum dachte er an seinen Tresorraum, griff die Geldgier nach seinem Herzen. Mit einem Mal wusste er wieder, warum er hier war. In seinem Keller war noch viel Platz, auch für das Zwergengold.

Das Böse siegte über sein Herz und es wurde eiskalt. Fest verschlossen wie sein Geldtresor, war nun sein Herz. Die Geldgier war zu groß, nichts konnte dieses mehr verändern. Nun kam – was kommen musste. Der Plan war fertig. Er würde den Kleinen mit seiner angeblichen Hilfe überlisten. Er würde ihm vorspielen, ein guter Freund und Beschützer zu sein. Goldrausch dürfte sein Gold im Tresor aufbewahren.

Er wird ihm seine Geld-Zeit-Uhr lesen lassen, die anzeigt, wie sich in jeder Sekunde sein Geld vermehrte. Bisher konnte kein Mensch der Geld-Zeit-Uhr widerstehen. Viele Menschen haben ihm sein Geld, zur Aufbewahrung geben, damit es immer mehr werden konnte. Geldgier ist des Menschen Untergang. Und der Zwerg wird auch untergehen, so wie all die anderen auch, deren Geld er hier „verwaltete“. Er musste über seine eigene Bosheit laut lachen, und weckte dabei den Zwerg auf. Schnell besann sich der Riese wieder und wurde zum lächelnden guten Onkel, der sich rührend um den kleinen Kerl bemüht. Er stellte sich dem kleinen Mann vor und erzählte ihm, wie einsam er sich fühlte, in dem großen Haus, das er erst vor kurzer Zeit gekauft hatte. Und so kamen die beiden einsamen Männer … Zwerg und Riese, ins Gespräch.

Goldrausch fühlte sich sehr geschmeichelt, dass der Riese, ihm soviel von seinen Geheimnissen anvertraute. Er zeigte sein freundlichstes Gesicht. Er gab ihn zu essen und zu trinken, was er wollte. Er versprach dem Zwerg sogar, für ihn eine Familie zu finden. Der kleine Mann könne ja solange bei ihm in seiner Burg wohnen, und in einem weichen Bett schlafen. Er müsse auch nicht mehr jeden Tag so schwer arbeiten. Die Aussicht, bald noch mehr Vermögen zu besitzen, lies ihn immer freundlicher werden. Wie Vater und Sohn unterhielten sich die beiden, sie waren glücklich und zufrieden, miteinander zu sein.

Vor lauter Freude hüpfte unser kleiner Freund im Kreis herum. Kein Misstrauen stand zwischen ihnen. So kam es, dass der Große den Kleinen überlisten konnte. Er erzählte ihm, dass er alles Land gekauft hatte, also auch die Goldmine sein Eigentum war. Aber weil Herr Goldrausch schon so viel darin geschürft hätte, würde er ihm die Mine und alles Gold überlassen. Herr Armut erzählt, dass er in seinem Tresor sowieso schon genug Geld habe. Und damit der Zwerg fleißig weiter arbeitete, versprach der Riese dem Zwerg, all seine Schätze in seinen Tresor aufzubewahren. Er warnte ihn vor schlechten Menschen, die sein ganzes Hab und Gut rauben wollten. So gingen sie in den Keller, und er zeigte ihm all seine Reichtümer.

Er sagte zu ihm: „Schauen sie Herr Goldrausch, hier hab ich meinen ganzen Schatz sicher aufgehoben. Hier kommt keiner herein, nur ich. Alles ist gut gesichert. Wir beide können jeder Zeit herein gehen und etwas von unseren Schätzen holen, oder noch mehr dazu tun“.

Dabei lächelte er ihn mit den Augen blinzelnd an. Unser kleiner Freund durfte sich in der riesigen Burg frei bewegen. Er arbeitete jeden Tag in seiner Mine, und trug alles Gold in den Tresor. Sein väterlicher Freund rieb sich dabei zufrieden die Hände. Den Ort der Goldader, hatte der Mann noch nicht in Erfahrung gebracht. Das musste er ja auch nicht unbedingt wissen, der dumme Zwerg brachte alles, was er aus dem Bergwerk herausholte in seinen Tresor. Nun war der Große auch nicht mehr allein, hatte Gesellschaft und Freude daran, dass sein Tresor sich jeden Tag mehr mit Gold anfüllte. Was wollte er noch mehr?

Eines Tages nun, hat unser kleiner Goldrausch zuviel guten Wein getrunken, und konnte seine Zunge und seine Gedanken nicht mehr kontrollieren. Sein größtes Zwergen-Geheimnis, plauderte er aus. Waren sie doch wie Vater und Sohn, und da hatte man keine Geheimnisse voreinander. So erzählte er, dass das Gold sein Lebenselixier war. Ohne Gold, keine Lebensenergie. Die Energie die das Gold ausströmte, ermöglichte es den Zwergen, weit über Hunderte von Jahren, Gesund zu leben.

Oh du armer dummer kleiner Goldrausch. Nun kannte die Gier des Herrn Armut keine Grenzen mehr. Seine Augen wurden rot. Vorbei war es mit der Freundschaft. Seine Boshaftigkeit konnte er nun nicht mehr verstecken. Er wollte sofort wissen wo die Mine war. Er packte den Kleinen und schüttelte ihn so heftig, das seine ganze Tagesration an Gold-Lebenselixier, den er immer in seiner Hosentasche trägt, heraus fiel. Goldrausch konnte sich gegen die Riesenkräfte nicht wehren. Der Schock über seine eigene Dummheit, lähmte Goldrausch noch zusätzlich. So musste der Kleine, den Großen zu seiner Mine führen.

Nach einer Weile konnte Goldrausch wieder einen klaren Gedanken fassen. In der Mine angekommen, fand er einen unbeobachteten Augenblick, schnappte sich etwas Gold das herumlag und steckte es blitzschnell ein. Leise sagte er sein Zauberwort, das ihn unsichtbar machte. Er verließ die Höhle durch einen geheimen Ausgang. So konnte er sich buchstäblich in allerletzter Sekunde retten.

Gleich nach dem Zauberspruch, trieb ein Wirbelsturm aus feinsten Russpartikeln den bösen Mann aus der Mine hinaus. Ein lauter Donnerknall war zu hören. Der Minengang stürzte ein und wurde geschlossen für alle Zeiten. Der Berg verschlang die Mine und nie wieder würde er sie frei geben.

Der Steinkohlenstaub blieb an der Kleidung vom Herrn Armut hängen. Sein Gesicht und Hände waren rußgeschwärzt. Der Russ klebte überall fest, lies sich nicht mehr abwaschen. Der böse Mann wollte unseren kleinen Freund töten, damit alles Gold ihm allein gehörte. Denn das Lebenselixier würde ihn zu ewigem Leben verhelfen, so wie es beim Zwerg auch war, so dachte der Riese.

Jedoch wusste er nicht, dass das Gold-Lebenselixier nur bei demjenigen wirkt, dem die Goldmine gehört, und ein reines Herz hatte. Alles Geld und Gold in seinem Tresor wurden augenblicklich zu Steinkohle und Kohlenstaub. Das war die Strafe der Feenkönigin vom Regenbogenland dafür, was er dem armen kleinen Zwerg antun wollte.

Jetzt war er arm wie eine Kirchenmaus. Als er jedoch versuchte, die Kohle zu verkaufen und so wieder zu Geld zu kommen, irrte er sich gewaltig! Kaum verkauft, zerfiel die Kohle zu unbrauchbarem feinsten Staub. Nur er selbst konnte die Kohle verwenden, es war sein Lebenselixier geworden. Sie wärmte nur sein eigenes Haus. Sein neuartiger Schatz im Tresorraum machte ihn nicht glücklich, aber sorgte dafür, dass er immer genügend Kohle im Keller hatte. Die Menschen bezeichnen ja auch manchmal das Geld, als Kohle. Die hatte er nun ausreichend.

 

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2. Teil vom Zwerg Goldrausch

Soeben erschüttete ein Erdbeben den ganzen Bergwald. Das Bergwerk von unserem kleinen Goldrausch stürzte in sich zusammen. Das Erdbeben dauerte nur ein paar Sekunden, dann war alles wieder ruhig. Nichts war weiter passiert. Die Tiere und Vögel im Bergwald beruhigten sich wieder sehr schnell und nahmen ihre Nahrungssuche wieder auf.

Der uralte Lindenbaum stand in seiner vollen Blütenpracht und verströmte seinen betörenden Duft mit jedem leisen Windhauch. Die Baumkrone der Linde war riesig. Tausende verschiedene Insekten summten und brummten um die Lindenblüten herum. Sie sammelten in aller Ruhe den Blütennektar weiter ein.

Zwei Frauen gingen gerade den Weg zur blühenden Linde, als das Erdbeben war. Sie unterhielten sich gerade darüber, sahen den uralten Baum mit den Bienen und Hummeln an. Da hörten sie ein stöhnen und wimmern. Sie schauten sich um und suchten. Sie vermuteten, dass jemanden bei dem Erdbeben verletzt wurde. Sie gingen dem Stöhnen nach und entdeckten ein kleines Kind, das zusammengekauert am Baumstamm lehnte und leise vor sich hinwimmerte. Das Kind hatte zerrissene Hosen an, es war barfuss, schmutzig, hatte struppige lange Haare, eine Zipfelmütze, die ihm übers Gesicht gerutscht war. Es sah wirklich erbärmlich aus. Die beiden Frauen rannten sofort zu dem Kind und untersuchten es und sprachen leise mit ihm, damit es nicht erschrickt. „Hallo, wie geht es dir? Können wir dir helfen?“

Sie nahmen die Zipfelmütze ab, und sahen dass es ein kleiner Mann war. Er hatte einen zerzausten Bart im Gesicht und dicke buschige Augenbrauen, eine Knollennase. Er sah furchtbar aus. Sie hatten großes Mitgefühl mit ihm. Mit trüben Augen schaute er auf. Flüsternd und mit letzter Kraft, erzählte er irgendwas vom Sterben und keine Lebensenergie, Goldraub und böser Mann. Dann wurde der Zwerg bewusstlos. 

Die beiden Freundinnen trugen ihn sofort in die Sonne, damit ihn die Sonnenstrahlen aufwärmten. Sonnenstrahlen sind auch aus purem Gold. Dann legten sie ihre Hände auf seine Brust und strömten ihm Lebensenergie und Liebe solange in sein Herz, bis Goldrausch tief einatmete.

Die Bienen, Hummeln und Schmetterlinge, fächelten mit ihren Flügeln die ganze Kraft der Lindenblüten zum Goldrausch hin. Alle Tiere des Waldes, die den kleinen Zwerg sehr lieb hatten, kamen herbei und halfen den beiden Frauen bei der Lebensrettung. Sie zogen einen Kreis um die drei herum und beschützten sie. Die beiden Frauen waren Heilerinnen und wussten genau was zu tun ist. Sie sangen ihre Seelenmelodie, damit Goldrausch wieder neuen Lebensmut bekam. Die Seelenmelodie hallte so schön und weit durch das Land und lockte viele Singvögel heran. Es wurde ein wunderbar heilkräftiger Gesang daraus.

Die Vogelstimmen, das Summen der Bienen, das Surren der Schmetterlinge und Libellen, das Brummen der Hummeln und der Seelengesang der beiden Freundinnen…. Das weckt die Lebensgeister auf. Unser kleiner Freund bekam wieder rosige Wangen. Es dauerte nun nicht mehr lange und sein kleiner Körper begann kraftvoller zu atmen.

Die Bienen- und die Hummelkönigin setzten sich auf Goldrausch’s Lippen und ließen in seinen leicht geöffneten Mund, einige Tropfen von ihrem Pollen-Lebenselixier einfließen. Daraufhin wurde seine kleine Zunge lebendig. Sie schleckte sich die Lippen ab und begann zu schnalzen, sie wollte mehr von dem köstlichen Belebungstropfen. Seine Atemzüge wurden immer tiefer. Sein kleines Herz schlug kräftiger. Er bewegte seine Finger. Goldrausch öffnet erst ein Auge, besah sich mit dem geöffneten Auge seine Umwelt. Was er sah, machte ihn so neugierig, dass er gleich darauf auch sein zweites Auge öffnete.

Er blinzelte und fragte: „Oh, bin ich schon im Zwergenhimmel? Hui! Hier ist es aber schön. Ja wer seid ihr beiden denn, ich wusste garnicht, dass es im Zwergenhimmel so große hübsche Engelwesen gibt.“ Dabei sah er die Freundinnen an, die sich riesig freuten, dass der Kleine Mann noch lebte. „Und meine Bienen und Hummeln und die lieben Waldtiere sind auch alle hier. Oh du lieber Gott, sind wir denn alle im Zwergenhimmel gelandet? Was hab ich denn nur angestellt?“ - „Nichts, du lieber Goldrausch“, sagten die Tiere gleichzeitig, „du bist nicht tot. Diese beiden Menschenfrauen haben dir dein Leben gerettet. Sie kamen gerade im richtigen Augenblick des Weges und haben dir dein Zwergenleben wiedergegeben“.

Goldrausch riss die Augen ganz weit auf und schaute die beiden Fremden genau an. Kurz dachte er nach, was alles passierte war. Er war sehr erschrocken, dass Menschen hier waren, und die Waldtiere und die Vögel und die Bienen und Hummeln. Alle unterhielten sich in Gegenwart der Menschen. Und die Menschen konnten alles verstehen, was gesprochen wurde. Er setzte sich nun vollends auf: „Welchen Unsinn hab ich nun denn schon wieder gemacht? Sind noch mehr Menschen in die Anderswelt gekommen“? Seine Freunde konnten ihn aber beruhigen und erzählten ihm, dass die beiden Frauen sich so rührend liebevoll um ihn gesorgt haben, dass die Feenkönigin alle Tiere des Waldes zur Unterstützung schickte.

„Oh! Ui die… die Feenkönigin?“ Nun hatte der Kleine aber einen Schrecken bekommen. Er schluckte und konnte gar nichts mehr sagen. Als Goldrausch sich von seinem Schock erholt hatte, sah er einen Regenbogen aus der Sonne direkt auf ihn herabstrahlen. Und da wusste er, es war alles gut! Die liebe Feenkönigin hat ihn sehr lieb und er durfte in ihr Reich, das Regenbogenland wieder zurückkehren. Die Waldbewohner brachten aber vorher noch ganz viele Beeren zum Essen, die Bienen und Hummeln ließen ihren Honig fließen, bis alle satt waren.

Nun wollte unser Zwerg doch wissen, wer die beiden Frauen waren, die sein Leben retteten. Sie stellten sich vor, ihre Namen waren Meredivinia und Alisaja. Weil sich die meisten Menschen diese Namen nicht merken konnten, durften sie einfach kurz, Meri und Alisa sagen. Sie erzählten, dass sie sehr gerne das Land „die Anderswelt“ kennen lernten wollten. Eine Zauberhand führte sie gerade in dem Augenblick hierher, als der kleine Goldrausch in Ohnmacht viel.

Auch unser kleiner Freund erzählte dann seine Geschichte. Bis jeder seine Erlebnisse berichtet hatte, verging die Zeit und so kam die Nacht. Sie alle hatten doch etwas Angst vor dem bösen Mann und so brachen sie schnell auf. Am Weg der Uralten Linde vorbei am verwunschenen Schloss, dass nun einsam und mit finstertraurigen Fenstern dastand. Die Schmetterlinge erkundeten als Erste vorneweg und schauten nach, ob die Luft rein war. Dann die Bienen und Hummeln und Lerchen, Spatzen, Schwalben, die Falken und Mäusebussarde und Adler. Als sie alle keine Gefahr erkennen konnten, durften die beiden Frauen und unser Zwerg ihren Weg fortsetzen.

Bei der uralten Linde drehten sich Meri und Alisa nochmals um, und riefen die Sternentorhüter um Hilfe. Meri und Alisa gaben diesen beiden riesigen strahlenden Engel-Wesen den Auftrag, das Sternentor zur Anderswelt zu verschließen, immer und ewig zu bewachen. Niemand durfte mehr durch das Sternentor gehen, der keine Erlaubnis hatte. Somit haben Meri und Alisa, der Anderswelt einen großen Dienst erwiesen, denn das Sternentor an der uralten Linde, ist eine Eintrittspforte ins Regenbogenland. Fröhlich gingen sie den Weg weiter und freuten sich über die Wiesen, die voll mit bunten Blumen und Wildkräutern waren. Um deren Köpfchen sich die Bienen und Hummeln versammelten. Viele Käfer krabbelten mit den Ameisen um die Wette, wer zuerst die leckersten Bissen fand. In der Luft flogen Vögel die ihre Lieder zwitscherten. Der Gesang der Natur hörte sich so wunderschön an. Auch die drei Wanderer ließen ihre Stimme dazu ertönen und sangen mit…

Du kannst dir vorstellen wie lustig das war. Die Drei hüpften im Takt der Melodien mit. Goldrausch schlug seine Zwergen-Purzelbäume, die Hasen und Rehe sprangen vor Freude in die Luft… Es ist wie im Paradies! Na ja – das Regenbogenland ist aber auch das Paradies! Keiner braucht Angst zuhaben oder gar traurig zu sein. So kamen sie in ein breites Tal, wo viele Bäume auf einer Blumen-Kräuterwiese standen. Die Bäume blühten und trugen gleichzeitig Früchte. Na so was gibt es auch nur in der Anderswelt, wo Elfen und Feen, die Devas der Natur alles pflegten und hegten.

Wie kleine Kinder liefen die drei Freunde zu den Obstbäumen und probierten hiervon und davon. Die Früchte waren so saftig, dass ihnen der Obstsaft über die Arme herunter lief. Und wo der Saft auf den Boden tropfte – wuchsen gleich wieder kleine Pflänzchen aus der Erde. Kirschen, Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Pfirsich, Pflaumen, alles was du sicher auch kennst wächst hier in diesem Obstbaumtal…

Lachende und singende Kinderstimmen lies sie aufmerksam werden. Sie sahen sich um und entdeckten aber niemanden. Meri, die die größte unter den dreien war, sah einen großen Baum, auf dem eine Kinderschaukel angebunden war. Es saßen drei Kinder drauf und wurden von ihrer Mama angeschuppst. Eine kleine lustige Familie war das… Unsere Freunde gingen langsam auf sie zu, um das lustige Spiel nicht zu stören. Ein Kind sah gerade in die Richtung aus der die Fremden kamen.

Es rief: „Mama, sie kommen, sie sind da!“ Ihre Mama lies die Schaukel auspendeln und ging auf die Fremden zu. Sie war garnicht überrascht, das sie Besuch bekamen… na ja in diesem Land gibt es wohl keine Überraschungen … hm? Nun blieben Goldrausch, Meri und Alisa stehen und warteten bis die Besitzer dieses Tales bei ihnen ankamen. Es war eine Zwergenfamilie, dass konnte man aus der Entfernung zunächst nicht erkennen. Denn im Regenbogenland ist alles was in weiter Ferne liegt, gleich groß…. Da kannst du schon heute sehen, wer morgen zu Besuch kommt! Das war eine riesen Überraschung und große Freude für unseren Goldrausch. Eine Zwergenmama mit ihren Kindern kam des Weges und holte ihre Besucher ab!

Sie begrüßten sich alle auf Zwergenart. In ihrer Freude fassten sie sich gegenseitig an den Ohren und rieben sich ihre Zwergenknollennasen aneinander. Sie taten das so spontan, dass sie über ihr Nasen-Ohrenreiben sehr überrascht waren. Nun gab es viel zu erzählen. Der Zwergenmama wurde heute Morgen per Elfenpost mitgeteilt, dass sie von einem entfernten Verwandten besuch bekommen würden. Sie war sehr erstaunt über diese Post, denn sie dachte, sie und ihre Kinder seien die Letzten ihrer Familie. Durch einen bösen Zauberer gab es keine Zwerge mehr in diesem Tal.

Nun war unser Goldrausch an der Reihe, seine Geschichte zu erzählen. Die Mutter von den Zwergenkindern und Goldrausch verstanden sich sofort und beschlossen von nun an, ihr Leben gemeinsam zu verbringen. Unser kleiner lieber Freund hatte ganz rote Ohren und eine rote Nase vor lauter Aufregung und Freude. Es wurde sofort eine Hochzeitsfeier organisiert, und das ganze Obstbaumtal wurde dazu eingeladen. Natürlich kamen alle Elfen, Feen, Gnome, Kobolde, Wichtel und alle Vögel und Insekten, alle Tiere. So eine große Hochzeitsgesellschaft gab es schon lange nicht mehr in diesem Tal.

Die Feier dauerte sieben Tage und sieben Nächte… Geschlafen wurde nur sehr wenig in dieser Zeit. Seit Ewigkeiten gab es nichts mehr im Regenbogenland, auf der Obstbaumwiese zu feiern. Als das große Unglück durch den Zauber passierte, wollte keiner mehr ein Fest halten. Nach der Hochzeitsfeier verabschiedeten sich Meri und Alisa bei ihren neuen Freunden. Sie wollten noch weiter das Regenbogenland erforschen. Das unbekannte Land kennenlernen, vielleicht noch weitere Freunde finden.

Zum Abschied wurden die Beiden mit Kopf-Blumenkränzen, und mit Kräuterkränzen um ihre Taille geschmückt. Fast hätte ich es vergessen… sie bekamen auch neue Kleider und einen tollen Umhang, der seine Geheimnisse in sich trägt…. Wer weiß, vielleicht brauchten sie ja auch mal Hilfe und Unterstützung aus dem Feenreich, wenn sie wieder Zuhause waren. Der Umhang und die Blumen- und Kräuterkränze würden die Verbindung zum Feenland sein. So erfuhren die beiden, wie und auf welche Art diese Verbindung dann zu Stande kommt. Das bleibt aber ihr Geheimnis.

Ach ja… eine Liebe Freundin fragte mich, wie der Goldrausch denn nun zu seinem Goldlebenselixier kommt …. Gut gefragt liebe Babsi, die Zwerge brauchen das Goldlebenselixier nur im Menschenland. Das Regenbogenland ist ihr Zuhause und dort werden alle Bewohner, von der Feenkönigin und ihrer Energie ernährt.

 

 Willst du wissen, wie es mit den beiden Freundinnen weitergeht? Die neue Geschichte heißt: Meri und Alisa im Regenbogenland