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1. Goldrausch in Lebensgefahr (17.3.2018 - auf eine Seite zusammengefasst: 19.7.2020)

Vor nicht allzu langer Zeit, wurde mir diese Geschichte von der Traumfee Alissja erzählt. Sie berichtet von einem Zwerg namens Goldrausch, der eine Goldmine besitzt.

Seit mehr als 7 Zwergengenerationen gehört die Goldader seiner Familie. Es war ein Geschenk von der Königin des Regenbogenlandes. Goldrausch wurde von einem Menschen, der sehr geldgierig war, betrogen. Der geldgierige Mensch, sein Name war Herr Armut, hatte von einem Zwergen-Goldschatz gehört und den wollte er unbedingt haben. Dazu hatte er den ganzen Bergwald mit dem kleinen Schlösschen gekauft. Nun gehörte ihm alles. Herr Armut suchte stundenlang im Bergwald, nach dem Zwerg und seiner Mine. Eines Tages wurde seine Geduld belohnt. Der Zwerg Goldrausch verschwand gerade mit seiner Schubkarre im Wald. Der Riese versteckte sich und wartete, bis der kleine Mann wieder auftauchte.

Der Zwerg Goldrausch wohnte im Bergwald und ging jeden Morgen mit der Schubkarre in sein Bergwerk, dort holte er sich eine Tagesration Gold, die er zum Leben brauchte. Eines Tages wurde er unvorsichtig! Er hinterließ Goldspuren von der Mine auf dem Weg nach Hause. Schon lange hat unser Zwerg keinen Menschen mehr in seinem Wald gesehen. Er pfiff fröhlich sein Zwergenliedchen vor sich hin, schaute weder rechts noch links, putzte die Räder der Schubkarre nicht mehr sauber, bevor er die Mine verlies. Wer sollte ihn denn schon sehen? Die Menschen haben kein Interesse mehr am Zwergenwald. Kinder hatten keine Zeit mehr, hier zu spielen. Früher, da wollten die Menschen noch Zwerge sehen. Doch heute haben sie ihre eigenen Schätze und brauchten das Gold vom Berg nicht mehr.

Dass es aber Menschen gibt, die immer mehr Geld besitzen wollen, das wusste unser Goldrausch nicht. Niemand hatte ihm je von geldgierigen Menschen erzählt. Nur, das er den Menschen nicht trauen sollte, das hatten ihm die Alten gesagt. Doch leider sind sie alle plötzlich verschwunden und keiner konnte ihm mehr sagen was geschah. Unser Zwerg Goldrausch fühlte sich sehr allein. Seine einzigen Freunde waren die Tiere vom Bergwald, die Vögel und das Bienen- und Hummelvolk.

Und dann kam der Tag wo er sehr unvorsichtig wurde. Vor wem, sollte er sich auch in Achtnehmen? Niemand war zu sehen oder zu hören. Goldrausch hatte Hunger und Durst und war sehr müde. Müde, Einsam und Verlassen fühlte er sich. Plötzlich wurde ihm bewusst, er war der Letzte seiner Familie. Darüber wurde er noch trauriger. Und wenn Zwerge richtig traurig sind, werden sie müde, passen nicht mehr auf, was um sie herum geschieht. Wäre er nicht so mit seinem Leid beschäftigt gewesen, hätte er bemerkt, dass ihn alle Waldtiere, die um ihn herum waren, verlassen hatten. Er machte es sich unter seinem Baum bequem und schlief nach dem Essen sofort ein.

Herr Armut hat ihn schon gesehen. Er sah ihn goldglitzernd des Weges kommen und seine Brotzeit im Schatten der uralten Linde machen. Der böse Herr Armut, beobachtete den kleinen Mann. Der Anblick des schlafenden Zwerges freute den Riesen, denn nun hatte er ein leichtes Spiel. So schlich er sich an unseren ahnungslos, schlafenden Zwerg heran. Er setzte sich in der Nähe hin und schaute sich Goldrausch ganz genau an. Trotz alledem gefiel ihm der kleine Kerl. Die Einsamkeit von ihm, strahlte wohl auch auf Herrn Armut über. Denn plötzlich fühlte er sich auch müde und allein. Er hatte richtig Mitleid mit dem Kleinen. Fast hätte er sein Herz für den Zwergenmann geöffnet. Aber nur fast!

Er betrachtete seine Kleidung und entdeckte dabei den Goldstaub. Sofort erwachte wieder das geldgierige böse Wesen in ihm. Er überlegte sich, wie er Goldrausch überlisten könne. Der Riese Armut war auf der Hut, denn er hatte gehört, dass Zwerge zaubern könnten. Davor hatte er heiligen Respekt! Sie können Menschen zu Stein oder in Mäuse verzaubern. Er glaubte diesen Hokuspokus ja sowieso nicht! Aber! Vorsicht ist immer noch besser als Nachsicht!

So verstellte sich der geldgierige Armut, in einen liebevoll sorgenden Menschen, der dem Kleinen behilflich ist und ihn zudeckte, damit es dem Schlafenden nicht zu kalt wird. Armut’s Herz wollte sich wieder für den kleinen Kerl erwärmen, der wirklich erbärmlich anzusehen war, in seinen zerrissenen Hosen, seinem langen Bart und der Zwergenzipfelmütze. Müde und traurig sah er aus. Der große Kerl fühlte sich nicht mehr wohl in seiner Haut. Je länger er Goldrausch ansah, umso mehr wollte er ihn nach Hause in sein großes Haus tragen, in dem er allein wohnte. Dann wären sie zu zweit, er und der Zwerg. Dieser Gedanke gefiel Herrn Armut immer besser.

Nicht mehr allein sein. Immer nur mit sich selber reden, ist so ziemlich das langweiligste, was man sich denken konnte. Das Essen schmeckt auch Riesen in Gesellschaft viel besser. Sogar wenn er in seinem Tresor sitzt und sein Geld zählt, war er allein. Er konnte seine Freude über den großen Reichtum mit niemand teilen. Kaum dachte er an seinen Tresorraum, griff die Geldgier nach seinem Herzen. Mit einem Mal wusste er wieder, warum er hier war. In seinem Keller war noch viel Platz, auch für das Zwergengold.

Das Böse siegte über sein Herz und es wurde eiskalt. Fest verschlossen wie sein Geldtresor, war nun sein Herz. Die Geldgier war zu groß, nichts konnte dieses mehr verändern. Nun kam – was kommen musste. Der Plan war fertig. Er würde den Kleinen mit seiner angeblichen Hilfe überlisten. Er würde ihm vorspielen, ein guter Freund und Beschützer zu sein. Goldrausch dürfte sein Gold im Tresor aufbewahren.

Er wird ihm seine Geld-Zeit-Uhr lesen lassen, die anzeigt, wie sich in jeder Sekunde sein Geld vermehrte. Bisher konnte kein Mensch der Geld-Zeit-Uhr widerstehen. Viele Menschen haben ihm sein Geld, zur Aufbewahrung geben, damit es immer mehr werden konnte. Geldgier ist des Menschen Untergang. Und der Zwerg wird auch untergehen, so wie all die anderen auch, deren Geld er hier „verwaltete“. Er musste über seine eigene Bosheit laut lachen, und weckte dabei den Zwerg auf. Schnell besann sich der Riese wieder und wurde zum lächelnden guten Onkel, der sich rührend um den kleinen Kerl bemüht. Er stellte sich dem kleinen Mann vor und erzählte ihm, wie einsam er sich fühlte, in dem großen Haus, das er erst vor kurzer Zeit gekauft hatte. Und so kamen die beiden einsamen Männer … Zwerg und Riese, ins Gespräch.

Goldrausch fühlte sich sehr geschmeichelt, dass der Riese, ihm soviel von seinen Geheimnissen anvertraute. Er zeigte sein freundlichstes Gesicht. Er gab ihn zu essen und zu trinken, was er wollte. Er versprach dem Zwerg sogar, für ihn eine Familie zu finden. Der kleine Mann könne ja solange bei ihm in seiner Burg wohnen, und in einem weichen Bett schlafen. Er müsse auch nicht mehr jeden Tag so schwer arbeiten. Die Aussicht, bald noch mehr Vermögen zu besitzen, lies ihn immer freundlicher werden. Wie Vater und Sohn unterhielten sich die beiden, sie waren glücklich und zufrieden, miteinander zu sein.

Vor lauter Freude hüpfte unser kleiner Freund im Kreis herum. Kein Misstrauen stand zwischen ihnen. So kam es, dass der Große den Kleinen überlisten konnte. Er erzählte ihm, dass er alles Land gekauft hatte, also auch die Goldmine sein Eigentum war. Aber weil Herr Goldrausch schon so viel darin geschürft hätte, würde er ihm die Mine und alles Gold überlassen. Herr Armut erzählt, dass er in seinem Tresor sowieso schon genug Geld habe. Und damit der Zwerg fleißig weiter arbeitete, versprach der Riese dem Zwerg, all seine Schätze in seinen Tresor aufzubewahren. Er warnte ihn vor schlechten Menschen, die sein ganzes Hab und Gut rauben wollten. So gingen sie in den Keller, und er zeigte ihm all seine Reichtümer.

Er sagte zu ihm: „Schauen sie Herr Goldrausch, hier hab ich meinen ganzen Schatz sicher aufgehoben. Hier kommt keiner herein, nur ich. Alles ist gut gesichert. Wir beide können jeder Zeit herein gehen und etwas von unseren Schätzen holen, oder noch mehr dazu tun“.

Dabei lächelte er ihn mit den Augen blinzelnd an. Unser kleiner Freund durfte sich in der riesigen Burg frei bewegen. Er arbeitete jeden Tag in seiner Mine, und trug alles Gold in den Tresor. Sein väterlicher Freund rieb sich dabei zufrieden die Hände. Den Ort der Goldader, hatte der Mann noch nicht in Erfahrung gebracht. Das musste er ja auch nicht unbedingt wissen, der dumme Zwerg brachte alles, was er aus dem Bergwerk herausholte in seinen Tresor. Nun war der Große auch nicht mehr allein, hatte Gesellschaft und Freude daran, dass sein Tresor sich jeden Tag mehr mit Gold anfüllte. Was wollte er noch mehr?

Eines Tages nun, hat unser kleiner Goldrausch zuviel guten Wein getrunken, und konnte seine Zunge und seine Gedanken nicht mehr kontrollieren. Sein größtes Zwergen-Geheimnis, plauderte er aus. Waren sie doch wie Vater und Sohn, und da hatte man keine Geheimnisse voreinander. So erzählte er, dass das Gold sein Lebenselixier war. Ohne Gold, keine Lebensenergie. Die Energie die das Gold ausströmte, ermöglichte es den Zwergen, weit über Hunderte von Jahren, Gesund zu leben.

Oh du armer dummer kleiner Goldrausch. Nun kannte die Gier des Herrn Armut keine Grenzen mehr. Seine Augen wurden rot. Vorbei war es mit der Freundschaft. Seine Boshaftigkeit konnte er nun nicht mehr verstecken. Er wollte sofort wissen wo die Mine war. Er packte den Kleinen und schüttelte ihn so heftig, das seine ganze Tagesration an Gold-Lebenselixier, den er immer in seiner Hosentasche trägt, heraus fiel. Goldrausch konnte sich gegen die Riesenkräfte nicht wehren. Der Schock über seine eigene Dummheit, lähmte Goldrausch noch zusätzlich. So musste der Kleine, den Großen zu seiner Mine führen.

Nach einer Weile konnte Goldrausch wieder einen klaren Gedanken fassen. In der Mine angekommen, fand er einen unbeobachteten Augenblick, schnappte sich etwas Gold das herumlag und steckte es blitzschnell ein. Leise sagte er sein Zauberwort, das ihn unsichtbar machte. Er verließ die Höhle durch einen geheimen Ausgang. So konnte er sich buchstäblich in allerletzter Sekunde retten.

Gleich nach dem Zauberspruch, trieb ein Wirbelsturm aus feinsten Russpartikeln den bösen Mann aus der Mine hinaus. Ein lauter Donnerknall war zu hören. Der Minengang stürzte ein und wurde geschlossen für alle Zeiten. Der Berg verschlang die Mine und nie wieder würde er sie frei geben.

Der Steinkohlenstaub blieb an der Kleidung vom Herrn Armut hängen. Sein Gesicht und Hände waren rußgeschwärzt. Der Russ klebte überall fest, lies sich nicht mehr abwaschen. Der böse Mann wollte unseren kleinen Freund töten, damit alles Gold ihm allein gehörte. Denn das Lebenselixier würde ihn zu ewigem Leben verhelfen, so wie es beim Zwerg auch war, so dachte der Riese.

Jedoch wusste er nicht, dass das Gold-Lebenselixier nur bei demjenigen wirkt, dem die Goldmine gehört, und ein reines Herz hatte. Alles Geld und Gold in seinem Tresor wurden augenblicklich zu Steinkohle und Kohlenstaub. Das war die Strafe der Feenkönigin vom Regenbogenland dafür, was er dem armen kleinen Zwerg antun wollte.

Jetzt war er arm wie eine Kirchenmaus. Als er jedoch versuchte, die Kohle zu verkaufen und so wieder zu Geld zu kommen, irrte er sich gewaltig! Kaum verkauft, zerfiel die Kohle zu unbrauchbarem feinsten Staub. Nur er selbst konnte die Kohle verwenden, es war sein Lebenselixier geworden. Sie wärmte nur sein eigenes Haus. Sein neuartiger Schatz im Tresorraum machte ihn nicht glücklich, aber sorgte dafür, dass er immer genügend Kohle im Keller hatte. Die Menschen bezeichnen ja auch manchmal das Geld, als Kohle. Die hatte er nun ausreichend.

 

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