Ich sitze gerade an meinem Laptop und will eine Geschichte über meine Gartenwesen schreiben, als ich sie direkt neben mir fühle. Es ist ein gewusele und gekichere. Sie wollen unbedingt wissen, was ich über sie schreibe. Einige setzen sich auf meine Schultern und schauen zu, wie ich alles, was sie erzählen tippe. Und wie auf dem Bildschirm des Laptops die Buchstaben sich zu Worte zusammenreihen.

Die kleinen Siedler meines Gartens freuen sich über diese kleine Reise zu den Menschen und ihrer Technik. Sie erzählen mir, dass sie solche Instrumente nicht brauchen, weil sie sich über Gedanken austauschen können, auch über große Entfernungen hinweg.

Ihr Menschen lebt da noch weit hinter unserer Entwicklung, erzählen sie mir. Wenn wir uns mehr mit Gedankenübertragung befassen würden, dann bräuchten wir diese komischen Geräte nicht. Dennoch finden es sehr lustig… wie so plötzlich auf dem elektronischen Papier die Worte entstehen.

Auf meinem Tisch stehen ein paar Kekse und guter Saft zum Trinken. Etwas feines für meine lieben kleinen Freunde. – „Häi du“, schimpft gerade einer, „wir sind nicht KLEIN! Wir erscheinen dir nur so!!!  Wir sind in Wirklichkeit Riesen, du würdest dir wahrscheinlich in die Hosen machen, wenn du unsere wahre Größe sehen würdest“.  Brüllt er mir ins Ohr…. „Hä du“, sagt ein anderes Wesen neben mir, „benimm dich gefälligst, wir sind hier zu Gast! Entschuldige dich sofort aber pronto“! -  „Uii …. Das wollte ich nicht, Entschuldigung. Da ist wohl meine irische Vorverahnung…ähäm  Vorahnen - nein - Veranlagung, mit mir durchgegangen. Sorry!

„Ich bin überhaupt nicht beleidigt, über das was der kleine Mann neben mir gerade sagte, aber weißt du, ich weiß überhaupt nicht, wie du heißt. Du siehst halt so klein für mich aus, und bei uns Menschen ist das Wort „Klein“ eher was niedliches, das man gern hat“.  Oje, der kleine Mann neben mir, wird jetzt knall rot im Gesicht, er versucht sich zu beherrschen. Doch seine irische Abstammung geht mit ihm durch. Er brüllt mich an:

ICH – BIN -  NICHT - NIEDLICH!!! ICH- BIN- NICHT- KLEIN!!! MERKEN SIE SICH DAS – EIN FÜR ALLE MAL!!!“

Die anderen Gartenwesen um mich herum, sind ganz still geworden, weil einer von ihnen so unhöflich geworden ist. Sie befürchten nun, vom Oberhaupt der Gartendevas dafür bestraft zu werden.  Wenn das Oberhaupt der Gartensiedler, diesen Gefühlsausbruch mitbekommen hat, dann oje, ojemine…. Dann … ja was dann? Das wissen wir nicht was dann passiert.  Wir hören immer nur, wehe dem Einen!!!

„Ihr lieben Gartensiedler, ich bin euch nicht böse! Das kann doch mal vorkommen, dass einem die Hutschnur reißt, und solche Worte über die Zunge sausen…. Bitte sagt eurem Gartenoberhaupt, ich bin - ähm – wie heißt du denn?  - dir wirklich nicht böse“. – „Ich darf dir meinen Namen nicht sagen, sonst hast du Macht über mich, und ich muss tun, was du sagst. Ich weiß noch von meinen Vorahnen aus Irland, gib niemals deinen Namen preis, und schon gar nicht einem Menschenwesen.  Dann  gehörst du ihm, und bist sein Eigentum“.

„Ach du meine Güte! Das sind aber schlimme Dinge die du da sagst. Schau mal Herr - hm? Die Rosenkönigin Rosa-Linde hat mir doch auch ihren Namen genannt, damit ich sie jederzeit rufen kann, wenn ich sie brauche. Sie hat sehr viel Vertrauen zu mir. Und wenn ich mit ihr über deinen kleinen Ausrutscher reden soll, dann muss ich doch deinen Namen wissen, damit dir nix passiert“!?

Die anderen kleinen Gartensiedler gaben mir recht, sie flüstern alle mit Herrn??? Und sie würden ihm auch gerne helfen, seinen Fehltritt wieder gut zu machen.

„So sag doch der Alisa deinen Namen. Wenn sie den Namen unserer Königin weiß, dann kannst du IHR doch auch deinen Namen nennen“.

Der traurige kleine Mann neben mir, schaut mich ganz verzweifelt an. Seine Augen fragten mich: „Was soll ich tun“?

„ Ok, machen wir was anderes. Welche Arbeit machst du in meinem Garten? Bist du für das Gemüse oder für die Blumen zuständig“? – „Ich bewache Obstbäume“, sagt der Gartensiedler der seinen Namen nicht nennen will.

„Ok! Dann werde ich dich: „Herr Baumgeist“ nennen? Wäre das für dich in Ordnung“?

„Nun, ja das ist mir lieber als Kleiner oder Niedlicher“!

„Also, sind denn die anderen Gartensiedler auch damit einverstanden, dass ich zu eurem Freund Herr Baumgeist sage? Damit ihr auch wisst wen ich meine“.

Alle Gartensiedler die zugeschaut haben, nickten. „Jawohl, das ist ein guter Name für unseren Freund dem Baumpfleger. Und so kannst du jetzt, lieber Baumgeist, zur Königin reisen, und dich für deinen Fehltritt in den Umgangsformen mit Menschen beraten und dich entschuldigen.

„Nein, entschuldigen brauchst du dich nicht mehr“, sagt da plötzlich eine Stimme hinter mir. „Denn die Alisa war dir überhaupt nicht böse. Aber du wirst ihr in der nächsten Zeit immer zur Rate stehen, wenn sie mit den Obstbäumen Probleme hat. Einverstanden“?!

Wir hatten uns alle nach der Stimme umgedreht… und erblickten doch tatsächlich unsere liebe Rosenkönigin Rosa-Linde aus dem Regenbogenland.

„Ja, liebe Rosa-Linde, wo kommst du denn auf einmal her“? fragte ich.

Rosa-Linde grinste über ihr wunderschönes Feengesicht ein verzaubertes Lächeln. „Weißt du liebe Alisa, ich hatte große Sehnsucht nach dir, und habe mich in deine Gedanken eingeklinkt, um mit dir in Kontakt zu kommen“. – „Ach, deshalb hatte ich heute schon den ganzen Tag an dich denken müssen“?! – „Ja, genau so ist es liebste Freundin“.

Die Gartensiedler standen mit weitaufgerissenen Augen herum und vergaßen zu atmen. Dadurch wurden sie immer Unsichtbarer. Rosa-Linde bemerkte gerade noch rechtzeitig, dass große Gefahr für ihr kleines Volk besteht. Sie klatschte drei Mal laut in ihre Feenhände, und die kleinen Gartensiedler, begannen wieder zu atmen und ihre Körper nahmen wieder feste Materie an.

„Was war das den jetzt“, wollte ich von Rosa-Linde wissen. „Ja weißt du liebe Alisa, das ist so eine Sache, wenn die Feen in Schockstarre geraten, vergessen sie zu Atmen, und dadurch verliert ihr Körper an Masse. Sie lösen sich auf, und können nur noch mit meiner Hilfe ins Leben zurück geholt werden. Aber nur, wenn ich diese Situation sofort bemerke. Sonst ist auch für mich jede Hilfsaktion zu spät“.

„Na sagt mal, warum seid ihr denn so erschrocken“? – „Weil du mit Alisa redest wie mit uns, deinem Volk! Das haben wir noch nie in unserem Leben gesehen. Das ist doch ein Menschwesen und vor denen müssen wir uns doch immer in Acht nehmen“! -  „Ja ihr lieben Devas, das war mal vor langer, langer Zeit wichtig. Aber in der Zwischenzeit sind die Menschen auf einer anderen Bewusstseinsebene gelandet. Ihr seid für diejenigen die  ein weites Bewusstsein entwickelt haben, sichtbar. Und diesen Menschen dürft ihr schon vertrauen.  Ist euch denn nicht aufgefallen, dass Alisa euch sieht“? – „Äh - Ja natürlich, aber wir dachten uns dabei überhaupt nix, weil sie so - so -  nett ist, und uns zuhört. Es hat uns überhaupt nicht gewundert, über das was hier so abläuft. Sie sitzt da und schreibt alles auf, was wir ihr erzählen… Nur als der Obstler so ausfällig geworden ist, und die Alisa geschimpft hat, da wurde uns auf einmal so seltsam zumute. Und dann warst du plötzlich da… und wir sind in den Schock gefallen… Danke liebe Rosa- Linde, dass du uns gerettet hast, und zur richtigen Zeit am richtigen Ort warst".

 „Ihr lieben Gartensiedler, hier bei Alisa´s Garten bin ich doch so gut wie Zuhause. Alle Rosen, die hier  stehen hab ich selbst mit Alisa gepflanzt. Ihr habt mir doch dabei geholfen, habt ihr denn das vergessen? Ihr selbst habt diesen wunderschönen Garten mit Alisa zusammen gepflegt. Ihr habt sie doch so lieb, deshalb kann sie euch sehen, und Alisa hat euch auch lieb“. – „Sag mal du lieber Obstler, hast du mal wieder deine irischen Vorahnen mit zur Arbeit eingeladen? Damit du nicht so viel arbeiten musst? Sind deshalb deine Irischen Pferde mit dir durchgegangen“?

Der Baumgeist Obstler, konnte seiner Königin nicht mehr in die Augen schauen… sie hat ihn mal wieder voll erwischt, in seiner Faulheit und Nachlässigkeit. Seine irischen Ahnen guckten um die Ecke und waren gerade dabei, sich in Luft aufzulösen, als die Rosenkönigin sie entdeckte. Sie klatsche in ihre Hände, und die Irische Obstlergruppe atmete wieder Materie ein.

„Solche Schlingel seid ihr“, schimpfte sie mit liebevollen Augen, „schaut euch nur mal um was ihr angestellt habt, mit euren wütenden Gedanken. Der ganze Garten ist verwüstet, meine Rosenblüten liegen auf der Erde. Was macht ihr nur für Unsinn!? Sofort macht ihr wieder alles in Ordnung, im Garten von Alisa“.

Es war mir noch nicht aufgefallen, das die Energien der Irischen Verwandten unseres Obstlers, so heißt unser „Kleiner“ Baumgeist,  solche zerstörerische Kräfte entwickelt hatten.

Die Gartensiedler halfen alle zusammen, alles wieder in Ordnung zu bringen. Die Obstlerfamilie sauste wie ein Wirbelwind durch meinen Garten, und in 0,nix (Nullkommanix),  war wieder alles in Ordnung.

Rosa-Linde und ich haben in der Zwischenzeit mit den Früchten meines Gartens, schnell etwas leckeres, zum Essen vorbereitet. Ich habe meine Freundin Meri angerufen, sie soll schnell vorbeikommen, eine Überraschung  sei angekommen!

Ihr kennt bestimmt meine Freundin Meri schon, aus meinen anderen Geschichten. Meri staunte mit offenem Mund und riesigen Augen als sie gerade in unserem Garten kam… ja was … was ist denn hier los… Rosa-Linde, schrie sie voller Freude… sie umarmten sich und wirbelten durch den Garten.

Das war eine Wiedersehensfeier. Alle Gartensiedler unseres kleinen Dorfes durften mitfeiern. Sie brachten viele Köstlichkeiten aus ihren Gärten mit. Das Fest dauerte – nun – solange ein Fest eben dauert. Wenn sich alle so richtig freuten… 3 Tage? Oder länger? Ich weiß es nicht mehr… Es war sooo schön.

Geschichte von Barbara - Alisa - und der Rosenkönigin