Beitragsseiten

 

Hurli und Zwurli, die Seepferdchen

Die Traumfee-Alissja, rief mich soeben an: „Es wird Zeit, dass du mal wieder eine Geschichte von uns schreibst. Schon lange haben wir nichts mehr von uns hören lassen. Die Geschichte von den kleinen Seepferdchen Hurli und Zwurli und ihren Freunden Delfti-An und Delsiri-Us, könntest du schreiben. Hast du jetzt Zeit“?

„Ach, das ist jetzt sehr ungünstig! Meine Familie kommt bald zurück und es ist gleich keine Ruhe mehr im Haus. Remmidämmi ist dann angesagt. No ja, vielleicht höre ich ja schnell genug zu und schreibe flux und flink alles auf, was du mir erzählst“.

„Also gut, dann pass auf, höre zu und schreibe“:

"Die zwei jüngsten Seepferdchen, Hurli und Zwurli, vom Seepferdchenmeer, sind nicht zu bändigen. Delfti-An und Delsiri-Us können die beiden kaum mehr zurückhalten in ihrem Entdeckungsdrang. Sie hüpfen und springen, wie es alle kleinen Pferdchen in ihrer neu erwachten Lebensfreude so tun. Dabei verstecken sie sich zwischen den Korallenzweigen, und die Delfine sollen sie suchen.

 

 

Dieses Bild von Hurli und Zwurle, hat die Lisa Raphaela gemalt.

Herzlichen Dank dafür

 

Von irgendwoher sind leise Wellentöne zu hören. Vor Neugier getrieben, passen die beiden nicht auf und werden von den wellenartigen Tönen, immer weiter vom Seepferdchen-Kindergarten weggetragen. Ihre Freunde, die Delfine, helfen immer gerne beim Hippos hüten. Doch heute sind die Freunde in der Delfinschule beim Unterricht, um ihre Delfinlektionen zu üben.

Soeben kommt eine riesige Wellenmusik um einen Felsenvorsprung herum, als es Hurli und Zwurli voll erwischt. Sie versuchen sich noch schnell mit ihren Seepferd-Schwänzchen an einem Korallenzweig festzuhalten. Aber es war zu spät... sssst… machte es … und fort waren sie. Mitgerissen vom großen Strom der Wellenmusik.

Sssssst und wschschsch, plitsch-platsch-watsch..... die beiden kleinen Freunde drehte es viele Male um sich selbst herum. Luftblasen, die durch die Wellenmusik entstanden sind, machen sie so dammisch, dass sie nicht mehr wussten, wo oben und unten ist. Sie werden weit, weit fortgetragen.

 


 

Die Seepferdcheneltern müssen mit ansehen, wie zwei ihrer kleinen Hippos weggespült werden und im Schaum der Wellenmusik verschwinden. In ihrer großen Not rufen sie die Delfine um Hilfe. Während Hurli und Zwurli in der Wellenmusik hin und her gerissen und immer weiter von ihrem Zuhause weggetragen werden, kommen Delsiri-Us und Delfti-An, bei der Hipposfamilie an. Dort ist die Aufregung riesig.

„Was ist denn eine Wellenmusik“, denkst du dir wahrscheinlich, genauso wie ich. „Das hab ich ja noch nie gehört“. Wellenmusik ist das Rauschen der Wellenbewegung, sagen mir gerade die Delfine. Es gibt dabei hohe und tiefe Töne, kreisende und saugende, wie wenn du mit leicht geöffneten Lippen, Luft einsaugst. Wenn du mal am Meer oder einen größeren See bist, sagen sie, kannst du dich auf das Wellenrauschen konzentrieren und genau hinhören, welche verschiedenen Tonarten so ein Wellenrauschen hervorbringt. Es ist, wie wenn ihr Menschen mit vielen Instrumenten Musik macht. Dann ertönt ein Orchester.

Genauso ist es hier im Meer. Durch die vielen Strömungen, Felsen, Spalten, Höhen und Tiefen und den Gesängen der Wale und Delfine, entsteht hier im Meer ein Zusammenspiel verschiedener Töne, das ist dann ein Wellen-Orchester. Die Musik, die sehr berauschend für die Bewohner des Meeres wirkt, ist gefährlich für die kleinen Hippos und andere Bewohner des Ozeans. Sie verlieren dadurch sehr schnell ihre Orientierung und wissen nicht mehr wo sie sind.

Genau das passiert jetzt soeben. Delfti-An und Delsiri-Us erzählen mir gerade, was sie im Meer beobachten und erleben. Mit der delfinischen Echoortung ihres Gehirnes, verfolgen sie den Weg der Wellenmusikbewegung. Die kleinen Hippos können sie nicht orten, in diesem Wellenmusikgewirr. Aber sie folgen der großen Welle, und können so den kleinen Seepferdchen hinterhersausen. Das ist heute überhaupt nicht leicht, weil das gesamte Meer in Aufruhr ist.

Im Ozean der Meere, gibt es gerade ein riesiges Wassergeplantsche. Die Wale sind da, und treiben kleinere Fische mit viel Getöse und Wasserluftblasen zu einer großen Masse zusammen. Die Wale haben großen Hunger und helfen sich gegenseitig bei der Nahrungssuche. In Kreisen schwimmend, blasen sie viel Luft ins Wasser. Das sieht aus, wie ein Wasserluftblasen-Aufzug.

 


 

Oje, oje! Mir ahnt schlimmes! Hoffentlich sind die kleinen Hippos nicht in dieser Wasserstrudel-Luftballon-Säule drin… uiuiuiui. Lassen wir die Delfine weiter erzählen, was passiert. Sie senden mir ihre Bilder wie in einem Film.

Im Meer ist großes Tohuwabohu. Die Delfine haben Schwierigkeiten sich richtig zu orten, um nicht selbst von dem Sog mitgerissen zu werden. Die berauschende Musik der Wellen ist irre laut. Delfti-An und Delsiri-Us holen ihre Delfinfamilie, zu Hilfe. Sie senden ihre Zungenklicklaute in alle Richtungen der Meere aus, und flugs kommen sie alle, um zu helfen. Die Delfine bilden einen stehenden Kreis um die Wale herum, und versuchen das Meer damit zu beruhigen. Die Wale bemerken die Delfine und ihren stehenden Delfintanz um sich herum. Dies ist eine Botschaft an die großen Meeressäuger, sofort mit ihrer wirbelnden Nahrungssuche aufzuhören.

Der älteste Wal und Anführer Wuugly, fragt Delsiri-Us und Delfti-An, was denn los ist, und warum sie aufhören sollen, sich ihre Nahrung zu holen. Die beiden Delfin-Freunde erklären ihm, dass die kleinen Hippos wahrscheinlich mit der Wellenmusik in die Nahrung der Wale geraten sind. Das wird schwierig, meint der Wal, schaut euch das Getummle doch an, wie wollt ihr da die Kleinen herausfinden? Das ist unmöglich. Unmöglich? Nicht für die Delfine.

Nun, wenn das Wasser sich beruhigt und keine Wellenmusik mehr gemacht wird, können wir Delfine mit unserer Echoortung die Beiden aufspüren und aus den Tausenden von kleinen Fischen heraus lotsen. Sagen die beiden Delfinfreunde zum Wal. Na dann versucht mal euer Glück!, meint Wuugly. Er gab einen tiefen Ton von sich, der die anderen Wale zum Anhalten brachte. Sie blieben aufrecht im Wasser stehen, ebenso wie die Delfine. Sie bildend stehend einen Kreis und bringen so das Wasser vollkommen zur Ruhe. Nur noch leichte Wellenbewegungen sind jetzt da. Die kleinen Fische flitzen geschwind aus dem Kreis der Wale, um ihr Leben zu retten.

Gleichzeitig senden die Delfine ihre Ortungssignale aus und mit hellen Tönen und Klicklauten rufen sie nach Hurli und Zwurli, teilen ihnen mit, sie sollen im Kreis der Wale bleiben. Nur hier können sie sicher vor anderen Räubern sein. Die beiden kleinen Ausreißer, kommen langsam wieder zur Besinnung und wundern sich, wo die riesigen Fische, die sie noch nie in ihren kurzen Leben gesehen haben, herkommen.

 


 

Delfti-An erklärt ihnen, dass die riesigen Fische Wale sind, die hier im Ozean der Meere wohnen, und kleine Fische als Nahrung suchen. Und, dass sie beide fast im riesigen Maul vom Wal Wuugly, verschwunden währen. Hurli und Zwurli, wird es schlecht bei den Gedanken im riesigen Maul, mit all den anderen kleinen Fischen zu verschwinden. Sie zittern wie kleine Korallenzweige im Sturm des Meeres. Sie wollen jetzt nur noch schnell nach Hause zu ihrer Familie. Delfti-An öffnet ihr Maul und lässt die beiden Hippos unter ihrer Zunge sich verstecken. Ich hab euch noch gar nicht erzählt, dass Delfti-An ein Delfinweibchen, und Delsiri-Us ein Männchen ist. Die beiden sind sehr gute Freunde und auch noch „jugendliche Delfine“. Sie wachsen in einer Delfinschule auf und dürfen die kleinen Hippos hüten.

Mit riesigen, neugierigen Augen, schauen die beiden kleinen Seepferdchen aus dem Maul von ihrer Retterin heraus, und können sich nicht satt sehen, von den vielen schönen Korallen und anderen Meeresbewohnern die wie Blumen aussehen. Viele Fische die sich dort verstecken, und riesige unheimliche grusselige Fische. Sie sind so weit weg von zu Hause, und doch fühlen sie sich hier sehr wohl, in dieser warmen Maulstube unter der Zunge – die sie manchmal kitzelt und lustige Töne hervorbringt. Hurli und Zwurli haben ihren Schock schon vergessen, so lustig ist es mit den beiden Delfinen. Sie tanzen über die Meereswellen, an der Wasser-Oberfläche auf ihren Schwänzen dahin. Die Sonne scheint und der Himmel ist so schön Blau, wie das Meer.

Sie tauchen wieder hinein in das Blau des Ozeans, nach Hause zu Mama und Papa Seepferdchen und all ihren Geschwistern und Freunden. Hui, die werden staunen was wir alles zu erzählen haben, sagen sich die beiden. Aber wir haben auch sehr viel gelernt, nie mehr so weit weg, von Mama und Papa, und dieser blöden Musik hinterher hüpfen… Überhaupt bleiben wir jetzt daheim! Aber was machen wir, wenns uns wieder so langweilig wird?

Dann – sagen die Delfinfreunde – ruft ihr uns, und wir unternehmen zusammen eine Meeresreise. Unter unserer Zunge könnt ihr euch verstecken und doch viel sehen, und es passiert euch nix. Und dann reisen wir ganz weit weg, beobachten, wie die Wale ihre Nahrung zusammen treiben und ihr könnt sehen, warum ihr in diesen Wasserstrudel geraten seid. Dann habt ihr auch was gelernt – aus eurem Ausflug und es passiert euch nix mehr.

 


 

Zu Hause angekommen war die Freude riesen groß, die kleinen Hippos wurden liebevoll von ihren Eltern aufgenommen. Sie müssen alles erzählen, viele, viele Male, weil die Familie sehr groß ist. Und alle wollen hören, wie die große weite Meereswelt aussieht und wie gefährlich das ist, dort draußen. Natürlich wollen jetzt alle mit Delfti-An und Delsiri-Us im Maul auf Reisen gehen. Das große Meer und den Ozean anschauen, die Sonne und den Himmel sehen.

 

***

 

Puh!

Das war jetzt knapp, gerade mit dem Tippen fertig geworden, schon beginnt der Remmidämmi um mich herum. Die Türen fliegen auf und ein großes Hallo fliegt mir um die Ohren. „Hallo OMA!!! Wir sind jetzt daha“! - „ Das ist ja nicht zu überhören, ihr Rasselbande… na dann kommt mal her und lasst euch die Geschichte vorlesen, die ich grad geschrieben hab. – Mögt ihr dazu Kakao und Kuchen oder Eis“? Alle schrien gleichzeitig Eisschokolade und Kuchen, OMA!