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Das Baumträumerle und ich reisen in die InnerErde.

Von unterwegs aus rufen wir MutterErde um Hilfe an, und bitten die Naturgeister die Unwetter zu beruhigen.  Während wir auf den Weg nach InnerErde sind, überlegen wir uns, was denn passiert sein könnte, das dieses Chaos ausgelöst hat. Wir bekommen aber keinen konkreten Hinweis. Es hilft alles nix, wir brauchen die klaren Köpfe von InnerErde…

Als wir im Urweltenbaum Yggdrasil ankommen, öffnet uns MutterErde bereits die Eingangstür zum Inneren der Erde.  Sie wusste schon Bescheid und hat ihren kleinen Helfer Tzapepazt  gerufen, um uns zu unterstützen.

Tzapepazt ist ein kleiner Mensch,  wohnt im gleichen Dorf wie MutterErde, und ist ein ganz schlaues Bürschlein! Immer wenn er auf seine Reisen durch InnerErde geht, rollt er sich durch Purzelbäume vor und zurück. So entstand auch sein Name „Tzapepazt“ … vielleicht kennst du ja seine Geschichte, „Tzapepazt rettet die InnerErde“ und hast sie gelesen…

Wir sitzen im Wohnzimmer von MutterErde am runden Tisch. Er sieht aus wie ein großer uralter Baumstumpf, mit einer großen Glaskugel in der Mitte. Und seine Wurzeln strecken sich tief in den Fußboden und zeichnen seltsame Muster drauf.  Jemehr ich den Wurzelboden anschaue, umso besser erkenne ich das Muster der Wurzel…. Es stellt die Kontinente unseres Planeten dar.  Und aus der Glaskugel fliegen oder blitzen Lichtfunken heraus, die nach oben oder draußen fliegen.

Ich schaue ihnen nach und entdecke, dass sie wie ganz feine Regenbogenfarbene durchsichtige Lichtleitungen von Haus zu Haus fliegen, aber auch über die Wiese, von Blume zu Blume und  zu den Glaskugeln auf den Dächern sausen.  Ich mein grad als ob so, Nachrichten ausgetauscht würden.

Mutter Erde schaut meinen Augen nach und lächelt mir zu. „Ja, meine liebe Rudith, das ist eine Tautropfen- Informationslogistik, die hat unser Tzapepazt erfunden. Diese Verbindungen funktioniert ähnlich wie bei euch Oben das Internet. Die Verbindung kann uns jetzt gute Dienste leisten. Denn wir müssen wissen, was auf der OberErde los ist. Warum dieses Chaos ausgebrochen ist.  Nun erzählt ihr mal  ganz genau, was auf OberErde geschehen ist. Das Baumträumerle erzählt MutterErde  von seinem Problemen.

Ganz InnerErde scheint sich hier zu versammeln. Alle, die gerade in der guten Stube von MutterErde sitzen und zuhören, waren entsetzt! Die Menschen können nicht mehr träumen.  An den Fenstern erscheinen immer mehr Mitbürger vom Dorf, welches an alte Urzeiten erinnert… viele große uralte Bäume, mit vielen Blüten und gleichzeitig reifem Obst. Wunderschöne Landschaften, Bäche und Flüsse,  Berge und Seen. Ach, ist das hier unten schön… nein … in InnerErde – hier ist der Mittelpunkt von unserem Planeten… Also InnenDrin nicht unten. 

Der Raum um uns herum scheint immer größer zu werden, so dass alle Menschen und Lebewesen in der guten Stube Platz haben.  Ich wusste überhaupt nicht, dass es hier so viele Bewohner gibt…

„So, “ sagt MutterErde, „ jetzt muss der groß Rat einberufen werden.  Alle die hier in InnerErde wohnen und leben, ob Riese oder Zwerg, Elfe oder Kobold, Naturgeister oder Gnome und Devas.

Und es kamen alle in Windeseile zusammen. Aus der ganzen Oberirdischen Welt kamen sie nach InnerErde, denn es war mittlerweile überall auf der OberErde bis in die Naturreiche bekannt geworden, dass die Menschen nicht mehr Träumen konnten oder nicht mehr an ihre Träume glaubten. Überall waren Unwetter ausgebrochen, die Natur stand Kopf und alles ging wild durcheinander.

Chaos – ein großes Durcheinander – heilloses Wirrwarr

Keiner konnte mehr klar denken, nur noch hier in InnerErde funktionierte das …. Hoffentlich!

Nun kam Tzapepazt mit seiner Glaskugelvernetzung zum Einsatz.  Alle die sich hier versammelt hatten, waren sich einig, sofort musste etwas unternommen werden, sonst war auch das Leben hier in InnerErde in Gefahr. Wie oben so unten – wie außen so innen .

Oje – oje …

Hoffentlich schaffen wir das noch rechtzeitig… und hoffentlich  fällt uns noch eine Lösung ein.

Aus der Glaskugel kamen immer mehr Blitzgewitter -Nachrichten aus der Aller-Welt – dem gesamten Planeten – MutterErde und unser kleiner kluger Freund Tzapepazt hatten viel zu tun, alles einzuordnen – richtig zu hören, zu lesen – alles richtig zu deuten.

Oje , was war denn hier alles durcheinander … der gesamte Planet schien aus den Fugen zu geraten.  Die ernsten Gesichter von MutterErde und Tzapepazt,  sprachen nicht von guten Nachrichten. Auf der OberErde ist alles im Chaos – nichts ist mehr so - wie es sein sollte!

Wie können wir das wieder in Ordnung bringen?

„Keine Angst“ – sagt MutterErde – „unserem Tzapepazt ist noch immer etwas sehr kluges eingefallen. Als damals unser Himmel in InnerErde viele Löcher bekommen hatte, da war er es, der unsere InnerErde gerettet hat. Wichtig ist, dass wir uns bewusst werden, dort wo Chaos regiert, kann wieder alles in Ordnung kommen“.

„Nur müssen wir wissen WO es seinen Anfang gefunden hat“.  – „ Dafür ist jetzt unser Tzapepazt zuständig.“  - „Und unser Baumträumerle! WO hast du denn deine Träumereien verloren? Liebes Baumträumerle, wann und wo hast du bemerkt, dass die Menschen ihre Träume verloren haben?  Wann und wo hast du bemerkt, dass du sie mit deinen heilenden Träumen nicht mehr erreichen konntest“.

 Das Baumträumerle überlegte: „ Ich wollte gerade, auf dem Traumpfad der Aborigines wandeln, als ich bemerkte, dass ich den Traumpfad nicht mehr finden konnte.  Ich wusste ganz genau, dass hier wo ich ging, der Traumpfad sein musste. Seit Aborigines auf ihren Traumpfad gehen, begleite ich sie. Doch, ich fand sie nicht mehr. Wenn dieses Volk verschwunden ist, dann sieht es schlimm aus auf unserer Erde. Denn nur durch dieses Volk, das sich alles in ihr Leben träumt – können auch die „Zivilen-Völker“ noch träumen, wenn auch nur in der Nacht. Kinder und Freidenkende Menschen können das auch im Wachzustand, so wie die Ureinwohner von Australien auch.  Aber wenn dieses Volk nicht mehr zu finden ist, sind alle anderen, keine „Träumer“ mehr.

„Das war der Anfang, seitdem suche ich auf meinen Reisen, die Träumenden-Menschen“.

Tzapepazt rief:  „ich hab sie…. Sie gehen einen anderen Traumpfad, ein Urahne von ihnen hat sie auf einen neuen Weg geführt, weil der alte durch böse Menschenträume verschmutzt wurde…  -  alles muss neu eingerichtet werden, sagen sie. Sie haben dich liebes Baumträumerle nicht mehr erreichen können, weil du dich etwas verspätet hast, sagen sie. Sie konnten nicht auf dich warten, als du sie damals gesucht hast. Du warst so verwirrt durch den bösen Menschentraum, der hier auf den Traumpfad ausgelegt wurde, dass du ihre Nachricht nicht träumen konntest“.

„Ja – aber – WER verschmutzt denn meine Traumwege?“ – „Wer kennt mein geheimes Wissen, wo und wie ich meine Träume verteile“? -  „Derjenige der dafür sorgte, das du zu spät gekommen bist“! – „Überlegt mal, liebes Baumträumerle… WER oder WAS hat dich aufgehalten, BEVOR du zum Traumpfad der Aborigines gehen wolltest“? 

Das Baumträumerle machte große Augen – legte seine Stirn in tausend Falten,  lüftete sein Baumkronenblätterdach, lies den Wind hindurch sausen und schaute mit seinem Traumfänger-Blätterdach in die Ferne.  – „ Auf dem Traumpfad lag ein kleines Kind, das weinte ganz fürchterlich, weil es im Traum seine Mama verloren hatte“! – „Das konnte ich doch nicht einfach so liegen lassen“? –

 „Was hast du dann gemacht“? fragte unser kleiner Denker. „ Nur du allein kannst uns jetzt weiterhelfen, liebes Baumträumerle… du allein kannst des Rätsels Lösung“ – „ICH“? – „Ja, du“! sagte Tzapepazt und MutterErde nickend zustimmend.  Zum ersten Mal in seinem Baumträumer-Leben musste er sich hinsetzen. – „Lieber Tzapepazt, kannst du mir nicht helfen? – Ich weiß es nicht mehr, weil es doch kein Traum war, sondern Wirklichkeit! – Und das kann ich mir nicht merken, nur meine Träume. Kannst du mir denn meinen Weg, den ich damals gegangen bin –nicht in deiner Wunderkugel zeigen“?